ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2013Chefarzt: Führen muss gelernt sein
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Frau Dr. Hibbeler hat recht: Ein Chefarzt muss ein Leuchtturm seiner Abteilung sein, ein Fels in der Brandung. Aber zur Führungskraft wird man in den seltensten Fällen auch geboren. Woher weiß ein Oberarzt, wie er als Chefarzt anderen Orientierung geben soll? Wie er anderen dabei helfen soll, deren Ziele zu erreichen, wo doch allzu oft nicht einmal die eigenen Ziele erreicht werden? Führung ist Aktion, nicht Position, und kann nicht nur erlernt werden, nein, das muss es sogar!

Und es reicht einfach nicht aus, auf mögliche Fehlentwicklungen hinzuweisen. Ich erwarte von einem kompetenten Chefarzt, dass er Führungsinstrumente kennt und einsetzt, die ein wertschätzendes Gesprächsklima fördern, in das sich jeder einbringen kann und darf. Ein Gesprächsklima, in dem niemand, nur weil er anderer Meinung ist oder Kritik übt, gleich ein Meuterer ist. Wo gemeinsam nach Lösungen gesucht wird und man sich nicht auf fragwürdige Zielvereinbarungen einlässt, sondern sich mit diesen konstruktiv ausein- andersetzt, weil beide Seiten gewillt sind, gegebenenfalls dort nachzubessern, wo es Sinn macht. Denn wenn man nicht nur an sich selbst denkt, sondern den anderen als Quelle von Kreativität und Problemlösungen ernst nimmt, entstehen Fehlentwicklungen erst gar nicht . . .

Gaby Baller, Training, Coaching & Beratung,
69115 Heidelberg

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