ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2013Grippe: Ost-West-Gefälle bei Impfraten

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Grippe: Ost-West-Gefälle bei Impfraten

Dtsch Arztebl 2013; 110(51-52): A-2454 / B-2162 / C-2082

Ollenschläger, Philipp

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Jährlich sterben in Deutschland Tausende Menschen an Grippe. Trotzdem lassen sich zu wenige Menschen impfen. Auffällig sind die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland: Während die Impfrate in den neuen Bundesländern 58 Prozent beträgt, liegt sie in den alten Bundesländern bei gerade einmal 39 Prozent. Das hat eine Analyse des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland ergeben. Für die Analyse wurden die bundesweiten Abrechnungsdaten aller Vertragsärzte für Grippe-Impfungen gesetzlich versicherter Patienten aus der Impfsaison 2009/2010 ausgewertet.

Die empfohlene Durchimpfungsrate für Senioren wird in allen Bundesländern verfehlt. Foto: dpa
Die empfohlene Durchimpfungsrate für Senioren wird in allen Bundesländern verfehlt. Foto: dpa

Besonders gefährdet sind Senioren. Die von der Welt­gesund­heits­organi­sation empfohlene Durchimpfungsrate von 75 Prozent für diese Gruppe wird in allen Teilen Deutschlands verfehlt. In den neuen Bundesländern betrug die Impfrate der über 60-Jährigen gut 60 Prozent, in den alten Bundesländern 41 Prozent. Am wenigsten ließen sich Senioren in Baden Württemberg (34 Prozent) impfen, am häufigsten in Sachsen-Anhalt (63 Prozent). Die Impfraten in Baden Württemberg und Bayern sind allerdings verfälscht: In diesen Ländern wird ein bedeutender Teil der Patienten in der hausarztzentrierten Versorgung betreut, was dazu führt, dass die Abrechnungsdaten für diese Patienten nicht vorliegen.

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„Auch wenn derzeit keine Anzeichen für erneute Lieferengpässe vorliegen, muss zur Verbesserung der Impfrate eine Verknappung des Impfstoffes unbedingt vermieden werden“, sagte KBV-Vorstand Dipl.-Med. Regina Feldmann mit Blick auf die Engpässe der vergangenen Grippesaison. Ol

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