ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2013Patientenblut: Verwurf vorgeschrieben

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Patientenblut: Verwurf vorgeschrieben

Dtsch Arztebl 2013; 110(51-52): A-2483 / B-2187 / C-2106

Caspari, Gregor

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In dem Leserbrief „Verworfen“ von Dr. Petersohn wird der Eindruck erweckt, Kliniken würden „Aderlässe“ verwerfen, weil sie nicht in der Lage seien, die Transfusion an andere Patienten zu organisieren. Der eigentliche Grund ist jedoch ein völlig anderer. Die Sicherheit von Bluttransfusionen wird auch heute noch sehr wesentlich dadurch gewährleistet, dass die Spender möglichst keine Infektionsrisiken haben, denn die Tests können zwar fast alle, aber eben nicht alle Infektionen des Spenders erfassen. So können sehr frühe Infektionen des Spenders jedenfalls für kurze Zeit nach dessen möglicher Infektion den Blutempfänger infizieren, ohne dass einer der Tests positiv wäre. Die Risiken werden bei allen Fremdblutspendern detailliert erfragt. Bei einem Aderlass oder einer Eigenblutspende spielt dieses Risiko keine Rolle. Es ist aber fraglich, ob sich der Patient, dessen nicht gebrauchtes Blut nun für andere Patienten verwendet werden soll, offen zu eventuellen Infektionsrisiken bekennt. Zudem ist der Spender ja immer auch ein Patient, und die Risiken bakterieller Infektionen sind viel schwerer abschätzbar. Weil es hier Bedenken gibt, wird die Verwendung solchen Blutes für andere Patienten in der Regel ausgeschlossen, für nicht gebrauchte Eigenblutkonserven ist sie sogar ausdrücklich von den Richtlinien verboten.

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Gregor Caspari,
LADR GmbH, Medizinisches Versorgungszentrum, 10559 Berlin

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