ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2013Patientenblut: Der bessere Weg
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Zunächst ist es sehr zu begrüßen, dass sich Herr Dr. Petersohn aufgrund eigener Erlebnisse (Aderlass zur Hämodilution) Gedanken dazu macht, wie man möglicherweise mit dem dabei gewonnenen Blut der zunehmenden Verknappung homologer Blutprodukte (Erythrozytenkonzentrate) entgegenwirken kann . . . Dennoch sind seine daraus abgeleiteten Vorschläge nicht geeignet, um dem sehr hohen Standard, wie er in Deutschland für die Gewinnung von Blutprodukten verbindlich aufgebaut worden ist, gerecht zu werden. Die mittlerweile in 7. Auflage mit Änderungen und Ergänzungen erschienenen „Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)“, aufgestellt gemäß Transfusionsgesetz von der Bundes­ärzte­kammer im Einvernehmen mit dem Paul-Ehrlich-Institut als der zuständigen Bundesoberbehörde, haben nicht nur im Kapitel 2 „Gewinnung von Blut- und Blutbestandteilen“ unabdingbare Voraussetzungen und Verfahrensschritte geregelt, sondern insgesamt dazu beigetragen, dass wir in der klinischen Versorgung mit Blutprodukten von einem historischen Höchstmaß an Sicherheit ausgehen dürfen. Die unterbreiteten Vorschläge des Kollegen Dr. Petersohn würden dies unterlaufen und sind damit nicht kompatibel.

Das zunehmend auch ins Bewusstsein deutscher Mediziner rückende Konzept einer individualisierten, rationalen Hämotherapie (engl. Patient Blood Management) ist der bessere Weg.

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Literatur bei den Verfassern

Prof. Dr. Jürgen Biscoping, Klinik für Anästhesie und Operative Intensivmedizin, St. Vincentius-Kliniken gAG, Federführender des „Arbeitsausschusses Bluttransfusion“ von DGAI und BDA, 76135 Karlsruhe

Prof. Dr. Gregor Bein, Zentrum für Transfusionsmedizin und Hämotherapie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Federführendes Mitglied des Redaktionskomitees der Hämotherapie-Richtlinien, 35385 Gießen

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