ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2013STIKO: Meningokokken-B-Impfung bei erhöhtem Risiko

AKTUELL: Akut

STIKO: Meningokokken-B-Impfung bei erhöhtem Risiko

Dtsch Arztebl 2013; 110(51-52): A-2456 / B-2164 / C-2084

Zylka-Menhorn, Vera

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Meningokokken-B-Erkrankungen verlaufen häufig gravierend, sind jedoch derzeit in Deutschland selten. Seit Dezember steht mit Bexsero® (Novartis) erstmals ein Impfstoff gegen Meningokokken der Serogruppe B zur Verfügung. Bisher gab es nur Impfstoffe gegen die selteneren Serogruppen A, C, W135 und Y. Bexsero beruht nicht wie diese auf Polysacchariden, sondern auf immunogenen Proteinen, welche mittels einer neuen Vakzine-Technologie hergestellt werden. Vor diesem Hintergrund stellt die Risiko-Nutzen-Abwägung bei diesem Impfstoff eine besondere Herausforderung dar.

In einer vorläufigen Bewertung kommt die Ständige Impfkommission (STIKO) zu dem Schluss, dass die bisher vorliegenden Studienergebnisse und die daraus resultierende Evidenz für eine abschließende Entscheidung – insbesondere vor dem Hintergrund einer niedrigen, in den letzten Jahren abnehmenden Krankheitslast durch Meningokokken der Serogruppe B (MenB) – noch nicht ausreichen. Basierend auf vorliegenden Daten sei zwar grundsätzlich anzunehmen, dass die Impfung mit Bexsero vor invasiven Erkrankungen durch einen Großteil der in Deutschland zirkulierenden MenB-Stämmen schützen kann.

Derzeit fehlten zur abschließenden Bewertung hinsichtlich einer möglichen Empfehlung als Routine- beziehungsweise Indikationsimpfung jedoch noch wichtige Daten zur altersspezifischen Stammabdeckung des Impfstoffs (insbesondere bei Säuglingen), zur Persistenz der schützenden Antikörper, zur Sicherheit des Impfstoffs sowie zur Umsetzbarkeit der Integration einer weiteren Mehrdosen-Impfung im 1. Lebensjahr in den Impfkalender. Zur Entscheidung, welche Altersgruppen vorrangig geimpft werden sollten, um einen möglichst hohen Anteil der Erkrankungen in der Bevölkerung zu verhindern, „fehlen darüber hinaus verlässliche Erkenntnisse zu einem möglichen Effekt der Impfung auf das Meningokokken-Trägertum und damit der indirekten Effekte auf ungeimpfte Bevölkerungsgruppen (Herdenschutz)“.

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Dennoch weist die STIKO darauf hin, dass eine Impfung gemäß Fachinformation für Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung sinnvoll sein kann. „Dies betrifft zum Beispiel enge Kontaktpersonen von Personen mit einer invasiven Meningokokken-B-Infektion, insbesondere Haushaltskontaktpersonen, aber auch gesundheitlich gefährdete Personen, zum Beispiel solche mit Asplenie oder Komplementdefekten“, so die STIKO. zyl

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