ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2014Facharzttermine: Montgomery schlägt „dringliche Überweisung“ vor

AKTUELL

Facharzttermine: Montgomery schlägt „dringliche Überweisung“ vor

Dtsch Arztebl 2014; 111(1-2): A-4 / B-4 / C-4

Hibbeler, Birgit; dpa

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat die Einführung einer „dringlichen Überweisung“ vorgeschlagen. Mit ihr sollen Hausärzte ihre Kassenpatienten schneller zu einem Facharzt vermitteln können. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Termingarantie soll so verhindert werden. Union und SPD wollen durchsetzen, dass Patienten in ein Krankenhaus gehen können, wenn sie nicht binnen vier Wochen einen Termin beim Facharzt erhalten. Die Kosten für die Behandlung sollen dem Budget der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung entnommen werden.

Das Terminmanagement muss in ärztlicher Hand bleiben. Das fordert BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery. Foto: dpa
Das Terminmanagement muss in ärztlicher Hand bleiben. Das fordert BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery. Foto: dpa

„Das halte ich für unsinnig“, sagte BÄK-Präsident Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery der Rheinischen Post. In dringenden Fällen würden Hausärzte bereits bei der Vermittlung eines Fachkollegen helfen. Die geplante Termingarantie würde letztlich dazu führen, dass die weniger schweren Fälle ins Krankenhaus gingen, sagte Montgomery. Darauf aber seien die Kliniken nicht eingestellt.

Anzeige

SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach versprach zwar, den Vorschlag zu prüfen. Keinesfalls eigne er sich aber als Alternative zu der Termingarantie, erklärte er dem Berliner Tagesspiegel. Schließlich gehe es SPD und Union darum, auch die Terminvergabe für Routinebesuche beim Facharzt zu beschleunigen. Deutschland habe die höchste Dichte an niedergelassenen Fachärzten in ganz Europa, sagte Lauterbach. Gemessen daran müsse es auch für Kassenpatienten bei der Terminvergabe zügiger gehen.

Kritik an der Termingarantie hatte es bereits nach Bekanntwerden der Pläne gegeben – unter anderem von Kassenärztlicher Bundesvereinigung, Hartmannbund und NAV-Virchow-Bund. BH/dpa

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema