ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2014Spondylitis ankylosans: Interleukin-17-Inhibition mindert klinische Symptome

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Spondylitis ankylosans: Interleukin-17-Inhibition mindert klinische Symptome

Dtsch Arztebl 2014; 111(1-2): A-34 / B-29 / C-29

Siegmund-Schultze, Nicola

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Spondylarthritis ist Folge einer vom Immunsystem ausgelösten chronischen Entzündung, die zu einer Inflammation des Achsenskeletts mit Ankylosis und Knochenneubildung führt. Ein Beginn im frühen Erwachsenenalter führt häufig zu progressiven, irreversiblen Schäden an der Wirbelsäule und hoher Morbidität. Die Erkrankung tritt familiär gehäuft auf mit Assoziation zu HLA-B27. Es gibt auch protektive genetische Merkmale wie bestimmte Polymorphismen im Gen für den Interleukin-(IL)23-Rezeptor. Diese regulieren die Bildung von IL 17 in bestimmten Subpopulationen von T-Helferzellen herunter. Makrophagen von Erkrankten bilden verstärkt IL-17. TNF-alpha-Blocker, nicht steroidale Antirheumatika und Krankengymnastik sind Eckpfeiler der Therapie.

In einer randomisierten doppelblinden Phase-IIb-Studie an acht europäischen Zentren, davon vier in Deutschland, sollte geprüft werden, ob der IL-17-Antagonist Secukinumab, eine monoklonaler Antikörper gegen das Zytokin, wirksam und sicher ist bei der Behandlung von Patienten mit Spondylitis ankylosans. 30 Patienten (durchschnittlich 41,9 Jahre alt) mit moderaten bis schweren Formen der ankylosierenden Spondylarthritis wurden im Verhältnis 4 : 1 randomisiert in eine Gruppe, die zweimal im Abstand von drei Wochen intravenös Secukinumab erhielt (n = 24; jeweils 10 mg Secukinumab/kg Körpergewicht) und eine zweite Gruppe mit Placebo (n = 6). Primärer Endpunkt war eine 20%ige Reduktion von Krankheitszeichen nach dem Assessment der Spondylarthritis-International Society criteria for improvement (ASAS20) in der Woche 12. Sekundäre Endpunkte waren ein 40%iges Ansprechen nach (ASAS40) und ein ASAS 5/6, also eine Verbesserung in 5 von 6 Domänen des ASAS wie Schmerzen, Beweglichkeit der Wirbelsäule und systemische Entzündungszeichen. Als biologische Marker der Erkrankung wurden unter anderem C-reaktives Protein (CRP) und die Blutsenkungsgeschwindigkeit bestimmt. Untersucht wurde anfangs in Abständen von ein bis zwei Wochen, später in größeren Intervallen.

Anteil der Patienten mit 20%-iger Symptomreduktion (ASAS20)
Anteil der Patienten mit 20%-iger Symptomreduktion (ASAS20)
Grafik
Anteil der Patienten mit 20%-iger Symptomreduktion (ASAS20)

61 % der Verumgruppe erreichten den primären Endpunkt im Vergleich zu 17 % unter Placebo. Die Ansprechraten betrugen 59 versus 24 % (Verum vs. Placebo). Klinisch relevante Verbesserungen der Lebensqualität erreichten 52 % unter Secukinumab und 33 % in der Placebogruppe. Durchschnittlich verminderten sich die Konzentrationen des CRP von 14,4 mg/L von Studienbeginn auf 6 mg/L 6 Wochen nach Secukinumab-Behandlung. Die BSG verminderte sich von einem durchschnittlichen Ausgangswert von 35,5 mm/h auf 22,4 mm/h nach 6 Wochen in der Antikörpergruppe. Die Antikörpergabe war mit erhöhten Infektionsraten assoziiert, in einem Fall verlief die Infektion schwer. Andere unerwünschte Effekte waren leicht.

Fazit: Der gegen IL 17 gerichtete Antikörper Secukinumab hat sich in einer „proof-of-concept“-Studie als sicher und rasch wirksam bei Spondylitis ankylosans erwiesen.

Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze

Baeten D, Baraliakos X, et al.: Anti-interleukin-17A monoclonal antibody secukinumab in treatment of ankylosing spondylitis: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial. Lancet 2013; 382: 1705–13.

Anteil der Patienten mit 20%-iger Symptomreduktion (ASAS20)
Anteil der Patienten mit 20%-iger Symptomreduktion (ASAS20)
Grafik
Anteil der Patienten mit 20%-iger Symptomreduktion (ASAS20)

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema