ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2014Wiegenlieder: Mit 40 Schlafliedern um die Welt

KULTURTIPPS

Wiegenlieder: Mit 40 Schlafliedern um die Welt

Dtsch Arztebl 2014; 111(1-2): [63]

Klinkhammer, Gisela

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Mit populären Wiegenliedern wie „Schlaf, Kindlein, schlaf“ oder „Guten Abend, gute Nacht“ singen Mütter in Deutschland ihre Kinder in den Schlaf. Doch was hören die Kinder in Brasilien, Bulgarien, Finnland, Indien, Russland, Italien, Kolumbien, Kenia, auf den Philippinen oder in der Mongolei?

Dieser Frage ist der Kölner Filmkomponist Hans Engel nachgegangen. Er hat mit Profi- und Freizeitsängerinnen 40 traditionelle Wiegenlieder aus 30 Ländern auf seiner neuen CD „Lullabies of the world“ gesammelt – reiner Gesang, ohne Instrumente. In Südamerika ist die Latin-Grammy-Award-Gewinnerin Andrea Echeverri aus Kolumbien ein Star. Für die Wiegenlieder-Sammlung „Lullabies of the world“ schlägt sie leisere Töne an und singt von der Pachamama, der Mutter Erde, die von den indigenen Völkern der Anden verehrt wird.

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Viele der Schlaflieder erzählen faszinierende Geschichten über die jeweilige Kultur aus der Perspektive einer Mutter. In Brasilien wird der „boi“, der Stier mit der schwarzen Fratze heraufbeschworen, der den Kindern Angst machen soll, damit sie einschlafen. Die venezolanischen Babys werden zur Melodie der Nationalhymne in den Schlaf gesungen. Die italienische Verszeile „E di pane non ce n’è un boccone – wir haben keinen Bissen Brot“ spielt auf die wirtschaftliche Notsituation in kriegerischen Zeiten an. In Kenia wird das Kind bisweilen von der ganzen Großfamilie mehrstimmig in den Schlaf gesungen. Für iranische Frauen hingegen sind Wiegenlieder die einzig erlaubte Form des Sologesangs. Im männlich geprägten Tunesien besingt das Wiegenlied eine Ode an die heißgeliebte Tochter und malt bereits ihre Hochzeit aus. Dazu gibt es Kosenamen in unzähligen Varianten. Informationen: www.worldlullaby.wordpress.com. Kli

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