ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2014Randnotiz: Siegestaumel mit Folgen

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Randnotiz: Siegestaumel mit Folgen

Dtsch Arztebl 2014; 111(1-2): A-5 / B-5 / C-5

Schmedt, Michael

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Das sportliche Großereignis 2014 ist die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Wenn es nach den gefühlten 80 Millionen Bundestrainern geht, muss die deutsche Nationalmannschaft endlich wieder einen Titel holen und kann damit auch etwas für die viel zu niedrige Geburtenrate in Deutschland tun. Wie bitte, werden Sie sagen? Geburtenrate? Über die Auswirkungen vom Fußball auf die Gesundheit ist zwar schon geforscht worden, wie zum Beispiel zu Hirntraumata durch Kopfbälle oder das Herzinfarktrisiko von Zuschauern bei Elfmeterkrimis, aber Geburtenrate?

Das British Medical Journal ist (BMJ 2013; 347: f7387) Meldungen nachgegangen, denen zufolge im fußballbegeisterten Katalonien die Geburtenrate nach dem Champions-League-Sieg 2009 des FC Barcelona um sage und schreibe 45 Prozent gestiegen sei. Die spanischen Forscher analysierten die Entwicklung der Geburtenzahlen zwischen 2007 und 2011 in Krankenhäusern in den katalonischen Gemeinden Solsonès und Bages.

Sie stellten für den Februar 2010 zwar eine signifikante Steigerung der Geburtenzahlen fest, allerdings nicht um 45, aber immerhin um 16 Prozent. Daraus schließen die Forscher, dass die ungehemmte Euphorie nach so einem sportlichen Triumph sich durchaus auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und deren Folgen auswirken kann.

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Ob nun 45 oder 16 Prozent, auch als Nicht-Fußball-Fan sollten wir unsere Nationalmannschaft anfeuern, schließlich ist es eine Investition in die Zukunft. Beim verlorenen EM-Halbfinale 2012 gegen Italien fieberten übrigens 27,98 Millionen Menschen am Fernsehgerät mit den deutschen Fußballern. Das wäre für die Geburtenrate schon eine Basis . . .

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