ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2014Telemedizin: Erfolgsbeispiele
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. . . Es scheint derzeit geradezu en vogue, den Nutzen der Telemedizin insgesamt infrage zu stellen. Woran liegt das? Nicht erst seit Frau Bundeskanzlerin Merkels im Duell mit Herrn Steinbrück erfolgter Ankündigung, die Telemedizin zur Chefsache zu machen, versuchen zahlreiche Experten, auf den neuen Zug Telemedizin aufzuspringen. Dabei wird mehr und mehr offensichtlich, dass sich viele nie die Frage gestellt haben, welche Arzt-Patienten-Kollektive von der Telemedizin wirklich profitieren und welche nicht. Die Telemedizin eignet sich nach Meinung vieler eben nicht für die breite Masse, wie Studien zur COPD und Herzinsuffizienz belegen, sondern in hohem Maße für Patienten:

  • . . . mit seltenen Erkrankungen, die einer hochspezialisierten Versorgung bedürfen und oft weit entfernt vom Zentrum wohnen.
  • . . . die aufgrund des Risikos akuter Ereignisse kontinuierlich überwacht werden müssen.
  • . . . die mit Medikamenten behandelt werden, deren Anwendung aufgrund hoher Kosten oder fehlender Studienevidenz kontinuierlich evaluiert werden sollte.

Man könnte es als Ironie des Schicksals ansehen, dass ein funktionierendes Beispiel hierfür in derselben Ausgabe des DÄ vorgestellt wird (DÄ 47/2013: „Plattform für Hämophilie-Patienten“). Patienten mit schwerer Hämophilie wohnen im Median mehr als 60 Kilometer vom Zentrum entfernt. Blutungen sind oft akut und lebensbedrohlich und bedürfen einer ständigen und lückenlosen ärztlich kontrollierten Heimselbstbehandlung. Die Behandlungskosten liegen bei durchschnittlich 250 000 Euro pro Kopf und Jahr, ohne dass es dafür eine stabile EBM-basierte Grundlage gäbe und eine prospektive und vor allem zeitnahe Analyse der Behandlungsdaten im Interesse aller liegt. Die von der KBV und dem GKV-Spitzenverband nun beschlossenen Rahmenverträge wurden seit Einführung von smart medication® vor knapp zwei Jahren von IT-Experten und von Fachanwälten bereits umgesetzt.

Smart medication® ist das Ergebnis einer rein ärztlichen Initiative. Die Entwicklungs- und Betriebskosten wurden allein durch Spenden aus der Pharmaindustrie aufgebracht. Das ist nicht selbstverständlich, da es sich nicht . . . um ein Produkt mit Gewinnabsichten handelt. Umso mehr sollten KVen, Krankenkassen und Ministerien nicht nach Studien fragen, sie sollten sie vielmehr initiieren.

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Wer smart medication® in seine tägliche Routine integriert hat, und das sind inzwischen einige Zentren mit insgesamt mehr als 200 Patienten mit schwerer Hämophilie, der wird zweifellos bestätigen, dass es sich bereits jetzt um einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungsstruktur handelt . . .

Dr. med. Wolfgang Mondorf, Haemostas-Frankfurt,
60596 Frankfurt am Main

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