ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2014Sterbehilfe bei Minderjährigen: Neues Gesetz in Belgien

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Sterbehilfe bei Minderjährigen: Neues Gesetz in Belgien

Dtsch Arztebl 2014; 111(1-2): A-6

Klinkhammer, Gisela; KNA

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Der belgische Senat hat Mitte Dezember mit großer Mehrheit einem Gesetzentwurf zugestimmt, der Sterbehilfe für Minderjährige ermöglichen soll. Er muss nun noch der zweiten Kammer, der Abgeordnetenkammer, zur Abstimmung vorgelegt werden. Seine Unterstützer hoffen auf eine Verabschiedung des Gesetzes vor der Parlamentswahl im Mai.

Seit Mitte Februar 2013 diskutiert der Senat über die Ausweitung aktiver Sterbehilfe auf Minderjährige und Demenzkranke. Vertreter fast aller Parteien stehen dem positiv gegenüber. Auf Kritik stößt das Vorhaben bei französisch- und flämischsprachigen Christdemokraten, die der Regierungskoalition angehören. Religionsvertreter lehnen die Pläne entschieden ab. In einer gemeinsamen Erklärung äußerten die großen christlichen Kirchen, Muslime und Juden ihre „große Sorge über eine Banalisierung“ von Sterbehilfe.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte den Beschluss als „traurige Bankrotterklärung“. Von den bei der Einführung der Sterbehilfe 2002 erklärten engen Grenzen sei nichts mehr übrig geblieben. „Erst waren es wenige, schwerstkranke Erwachsene, die unerträglich leiden, dann Demenzkranke, nun unheilbar kranke und leidende Minderjährige“, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Eugen Brysch. Kli/kna

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