ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2014Pflegende Angehörige: Selbst Unterstützung suchen

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Pflegende Angehörige: Selbst Unterstützung suchen

PP 13, Ausgabe Januar 2014, Seite 6

Hillienhof, Arne

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Sich um pflegebedürftige Angehörige zu kümmern, ist vielen eine Herzensangelegenheit. Foto: dpa
Sich um pflegebedürftige Angehörige zu kümmern, ist vielen eine Herzensangelegenheit. Foto: dpa

Fast sieben von zehn pflegenden Angehörigen fühlen sich gestresst, fast 40 Prozent stehen unter Dauerdruck – fast doppelt so viele wie im Bevölkerungsdurchschnitt (20 Prozent). Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa. Die Pflegesituation geht auch mit einer schlechteren Gesundheitsbilanz einher. Zwei Drittel der Pflegenden geben an, dass sie unter Rückenschmerzen leiden. Fast jeder Zweite kämpft zudem mit Schlafstörungen.

Auch niedergedrückte Stimmungen, Atembeschwerden und Angstzustände treten häufiger auf. Jeder Vierte, den die Pflege Angehöriger belastet, gibt zudem an, dass er in den letzten Jahren psychische Erkrankungen wie Burn-out, Depressionen oder Angststörungen hatte. Pflegenden fällt es außerdem oft schwer, die Belastungen mit der Freizeit und dem Privatleben in einen Ausgleich zu bringen.

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„Sich um einen kranken oder alten Angehörigen zu kümmern, ist für viele Betroffene eine Herzensangelegenheit. Unsere Daten zeigen aber auch, dass die Pflege an Nerven und Gesundheit zerrt“, sagt Heiko Schulz, Diplompsychologe bei der TK. Zu körperlichen Anstrengungen wie Heben oder Tragen und einem hohen Zeitaufwand komme die ständige Sorge um den Pflegebedürftigen.

Pflegende Angehörige sollten sich auch Unterstützung aus ihrem sozialen Umfeld holen, rät der TK-Psychologe. Am Arbeitsplatz erweise es sich in der Regel als hilfreich, offen über die private Belastung zu informieren. Auch Auszeiten seien möglich: Stehe Urlaub an oder werde der Pflegende selbst krank, übernehme die Pflegeversicherung für die sogenannte Ersatzpflege für bis zu 28 Tage im Jahr Kosten bis zu 1 550 Euro. hil

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