ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2014Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der Vorstand bleibt

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Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der Vorstand bleibt

PP 13, Ausgabe Januar 2014, Seite 9

Rieser, Sabine

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Die Lage ist inzwischen ernst: Andreas Köhler und Regina Feldmann auf einer länger zurückliegenden Veranstaltung. Foto: Georg J. Lopata
Die Lage ist inzwischen ernst: Andreas Köhler und Regina Feldmann auf einer länger zurückliegenden Veranstaltung. Foto: Georg J. Lopata

Die Abwahlanträge gegen Feldmann und Köhler sind gescheitert – wie es weitergeht, bleibt offen.

Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat am 13. Dezember dafür gesorgt, dass beide Vorstände im Amt bleiben können. Für eine Abwahl von Dipl.-Med. Regina Feldmann stimmten 37 der 60 VV-Mitglieder, für eine Abwahl von Dr. med. Andreas Köhler 25. In beiden Fällen wäre eine Zweidrittelmehrheit, also 40 Stimmen, für eine Abwahl notwendig gewesen. Die Entscheidungen fielen in einer geschlossenen Sitzung, an der Köhler krankheitsbedingt nicht teilnehmen konnte. Nach einem Herzinfarkt unterzieht er sich notwendigen Behandlungen und wird nach Angaben des VV-Vorsitzenden, Dipl.-Psych. Hans-Jochen Weidhaas, frühestens Mitte Januar in die KBV zurückkehren.

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„Lagerbildung überwinden“

Köhler hatte vor der mit Spannung erwarteten Versammlung schriftlich angeboten, sein Amt als KBV-Vorstandsvorsitzender niederzulegen, sofern auch Feldmann zu einem Rücktritt bereit sei. Für den Fall, dass nur sie abgewählt werde, hatte er angeboten, sein Amt zum Sommer niederzulegen. Das Wahlergebnis hat er offiziell noch nicht kommentiert.

Feldmann erklärte, sie sei mit dem Ergebnis der Abstimmung „sehr zufrieden“. Es zeige aber auch, „dass wir eine Lagerbildung haben; diese gilt es zu überwinden“. Feldmann betonte erneut, es gehe den Hausärztinnen und Hausärzten nicht um eine Spaltung der KBV und der KVen, sondern um eine ausgewogenere Berücksichtigung ihrer Interessen.

Nach den Worten des VV-Vorsitzenden Weidhaas, muss es weiterhin dabei bleiben, „dass sich die KBV gegenüber Politik und Krankenkassen einheitlich positioniert“. Diesen Prozess werde man „auch in Zukunft aufmerksam begleiten“. Sein Stellvertreter, Dr. med. Stefan Windau, kommentierte das Wahlergebnis mit den Worten, er betrachte es auch als „Denkzettel“. Dass die KBV weiterarbeiten kann wie bisher, hält er bei allen Bemühungen aber für schwierig: „Wir sind in einer Situation, die man als Schwächung betrachten kann.“

Der zweite stellvertretende VV-Vorsitzende, Dr. med. Andreas Gassen, sagte, es bleibe abzuwarten, ob es gelinge, „die Reset-Taste zu drücken“, ob man also nach dem Abwahlverfahren einfach zur Arbeit zurückkehren könne. Die nächste reguläre Ver­tre­ter­ver­samm­lung ist für den 28. Februar 2014 angesetzt.

Sabine Rieser

@Hans-Jochen Weidhaas im Interview: www.aerzteblatt.de/132459

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