ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2014Depressive Mütter: Internetgestützte Behandlung

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Depressive Mütter: Internetgestützte Behandlung

PP 13, Ausgabe Januar 2014, Seite 25

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Junge, depressive Mütter aus einkommensschwachen Schichten haben kaum Zugang zu fachkundiger Hilfe. Um dem abzuhelfen, hat ein Team aus Psychologen und Programmierern vom Oregon Research Institute (USA) ein Computerprogramm entwickelt, das speziell auf die Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen bei jungen Müttern zugeschnitten und zur unentgeltlichen Benutzung ins Internet gestellt wurde. 70 Mütter testeten das Programm namens „Mom-Net“, das aus acht Sitzungen bestand und verschiedene kognitiv-behaviorale Methoden vermittelte. Zusätzlich zur Nutzung des Programms wurden die Frauen von einem Coach und von Video-Tutorials angeleitet und beraten, und sie konnten sich mit anderen Nutzerinnen in einem Forum austauschen. Mit Hilfe des Programms konnten die depressiven Symptome signifikant und nachhaltig reduziert werden. Darüber hinaus vermittelte das Programm den Müttern konstruktive Erziehungspraktiken, so dass sich der Umgang der Mütter mit den Kindern verbesserte und die Frauen sicherer in ihrem Erziehungsverhalten wurden. „Das Programm wurde von fast allen Frauen bis zum Ende durchgeführt und sehr gut angenommen“, berichten die Autoren. Besonders herauszustellen waren die einfache Zugänglichkeit und Bedienbarkeit über das Internet und die Kostenfreiheit der Behandlung. Die Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass internetbasierte psychotherapeutische Programme in Zukunft verstärkt dazu beitragen werden, Patienten zu erreichen, die eine hohe Hemmschwelle haben, sich psychotherapeutische Hilfe zu suchen, die in psychotherapeutisch unterversorgten Gegenden wohnen oder die sich herkömmliche professionelle Hilfe nicht leisten können. ms

Sheeber L, Seeley J, Feil E, et al.: Development and pilot evaluation of an Internet-facilitated cognitive-behavioral Intervention for matemal depression. Journal of Consulting und Clinical Psychology 2012; 80(5): 739–49. MEDLINE

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