ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2014Berufsbezeichnung: Schritt gegen das Ausblenden
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Die Zeitschrift PP – Deutsches Ärzteblatt für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten richtet sich im Titel explizit an uns, aber schon im Vorwort werden anschließend häufig nur noch Psychologische Psychotherapeuten (PP) und Ärztliche Psychotherapeuten (ÄP) angesprochen.

Wir finden es sehr befremdlich, dass wir nachfolgend nicht mehr erwähnt werden.

ÄP anzusprechen, ist ja durchaus legitim, widerspricht jedoch der Benennung der Zielgruppe.

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Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass wir Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) offiziell eine eigene Berufsgruppe innerhalb des Psychotherapeutenberufs darstellen und als solche auch, und ganz besonders von unserer eigenen Fachzeitschrift (!), genannt werden wollen und auch sollen.

In dem oben genannten Artikel war folgender Aufruf zu lesen: Qualifizierte ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten, die über Erfahrungen in der Therapie von Betroffenen sexuellen Missbrauchs verfügen, werden weiterhin gebeten, sich in die Datenbank einzutragen: www.datenerfassung.hilfeportal-missbrauch.de.

Dieser Aufruf stand ebenfalls im vorherigen Artikel zu diesem Thema. Es erscheint doch mehr als sonderbar, dass beim Thema Kindesmissbrauch keine KJP benannt werden. Sollen betroffene Kinder denn nicht behandelt werden? Oder soll immer gewartet werden, bis sich Symptome chronifiziert haben und erst im Erwachsenenalter mit der Behandlung begonnen werden?

Lange währte der Kampf, Psychotherapie als einen fachärztlichen Bereich anzuerkennen. Noch immer werden Psychotherapeuten von Ärzten gerne übersehen, und auch innerhalb der Berufsgruppe wird eine Fachrichtung, nämlich die unsere, anscheinend einfach ausgeblendet.

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind spezifisch ausgebildet und arbeiten unter gesonderten Bedingungen im Vergleich zu PP oder ÄP. Gerade die Arbeit am Kind bedeutet oft nicht honorierte Zusatzarbeit, wie die Teilnahme an Hilfeplangesprächen, Gesprächen mit Anwälten oder Terminen bei Gericht. Zudem haben wir selten nur das Kind/den Jugendlichen als Patient, sondern haben auch mit den Bezugspersonen wie Eltern, Lehrerinnen, Erzieherinnen zu tun und sind auf ihre Mitarbeit angewiesen.

Es würde uns freuen, wenn unsere Fachzeitschrift die Besonderheiten unseres Berufes in einem Artikel fokussieren und damit einen Schritt gegen das Ausblenden unternehmen würde.

Jasmin Bousardt, Anja Kopa, Reinhild Temming, Geschäftsstelle KKJPWL, Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit, 58095 Hagen

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