ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2014Kognitive Verhaltenstherapie: Gründe für den Therapieabbruch

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Kognitive Verhaltenstherapie: Gründe für den Therapieabbruch

PP 13, Ausgabe Januar 2014, Seite 41

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Kognitive Verhaltenstherapie hilft bei Depressionen – dennoch brechen viele Patienten die Therapie vorzeitig ab. Für die Gründe haben sich britische Psychologen interessiert. Sie befragten 234 depressive Personen, die einen Therapieplatz für eine kognitive Verhaltenstherapie erhalten hatten, ein Jahr lang mehrere Male nach ihrer Therapiemotivation. 27 Patienten wurden in diesem Zeitraum von der Therapie wegen Nichterscheinens ausgeschlossen, 47 brachen die Therapie ab, und 160 nahmen an allen Sitzungen teil. Die Wissenschaftler befragten die Patienten, die entweder die Therapie nicht begonnen oder vorzeitig abgebrochen hatten, und fanden heraus, dass nicht genehme Therapiezeiten und -orte sowie andere Prioritäten und Verpflichtungen der Patienten am häufigsten für Therapieausfälle verantwortlich waren. Zudem beklagten die Patienten, dass sie sich durch die Therapie nicht besser oder dass sie sich schlechter fühlten. „Ein großes Hindernis stellten zudem die die therapeutischen Hausaufgaben dar“, sagen die Autoren. Viele Patienten lehnten sie ab, weil sie sie als anstrengend empfanden.

Nach Ansicht der Wissenschaftler lohnt es sich trotzdem, anfängliche Hürden zu überwinden und eine Therapie durchzuhalten. Um die Patienten zum Durchhalten zu motivieren, sollten Therapeuten die Patienten bereits zu Beginn auf mögliche Hürden hinweisen und Probleme auch im Laufe der Therapie immer wieder ansprechen und aus dem Weg räumen. ms

Barnes M, Sherlock S, Thomas L, Kessler D, Kuyken W, Owen-Smith A, Lewis G, Wiles N, Turner K: No pain, no gain: Depressed clients’ experiences of cognitive behavioural therapy. British Journal of Clinical Psychology 2013; 52: 347–64. MEDLINE

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