ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2014Essstörungen: Neue Erkenntnisse über die Persistenz

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Essstörungen: Neue Erkenntnisse über die Persistenz

PP 13, Ausgabe Januar 2014, Seite 41

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Essstörungen remittieren oft in der Adoleszenz. In welchem Ausmaß dies geschieht, wollten klinische Psychologen aus Australien wissen. Sie analysierten repräsentative Daten von 1 383 australischen Jugendlichen, die von der Geburt bis ins junge Erwachsenenalter regelmäßig befragt und untersucht worden waren. Im Alter von 14 Jahren wiesen 70 Jugendliche eine Binge-eating- oder Purging-eating-Störung auf. „Etwa die Hälfte der Teilnehmer wiesen mit 20 Jahren keine Symptome mehr auf, wohingegen bei einem Fünftel die Essstörungen bestehen blieben“, berichten die Autoren. Dies zeigte, dass die Remissionsrate bei der Binge-eating- und Purging-eating-Störung relativ hoch ist, allerdings wird eine Remission ab dem Alter von 17 Jahren immer unwahrscheinlicher. Persistierende Essstörungen gehen oft mit externalisierenden und internalisierenden Störungen, Depressionen, geringem Selbstwertgefühl und stärkeren Symptomausprägungen im Alter von 14 und 17 Jahren einher.

Darüber hinaus erlangen die Betroffenen seltener einen Schulabschluss, leiden eher unter Depressionen, Ängsten und Stress, beklagen eine geringere Lebensqualität und haben ein höheres Risiko, weitere Störungen zu entwickeln als Personen, deren Essstörungen remittieren. Negative Folgen wie diese können nach Meinung der Autoren vermieden werden, indem Jugendliche mit einem Risiko so früh wie möglich behandelt werden. ms

Allen K, Byrne S, Oddy W, Crosby R: Early onset binge eating and purging eating disorders: Course and outcome in a population-based study of adolescents. Journal of Abnormal Child Psychology 2013; 41: 1083–96. MEDLINE

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