ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2014Nachtarbeit von Müttern: Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern

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Nachtarbeit von Müttern: Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern

PP 13, Ausgabe Januar 2014, Seite 41

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Viele Mütter arbeiten auch nachts. Wie sich ungewöhnliche Arbeitszeiten auf die Entwicklung von Kindern auswirken, haben amerikanische Entwicklungspsychologen untersucht. Sie werteten die Daten einer Langzeitstudie aus, an der 2 367 amerikanische Mütter und deren Kinder teilgenommen haben. Mütter und Kinder wurden untersucht, als letztere drei und fünf Jahre alt waren. 40 Prozent der Mütter waren nicht berufstätig. Von den berufstätigen Müttern arbeiteten 44 Prozent zu normalen Arbeitszeiten und 56 Prozent zu ungewöhnlichen Arbeitszeiten (13 Prozent nachts, 27 Prozent abends, 40 Prozent am Wochenenden, 25 Prozent zu unterschiedlichen Zeiten). „Kinder, deren Mütter hauptsächlich nachts arbeiteten, fielen durch ein erhöhtes Ausmaß an aggressiven, ängstlichen oder depressiven Symptomen auf“, so die Wissenschaftler. Kinder, deren Mütter nicht, in regulären Zeiten oder zu anderen ungewöhnlichen Zeiten arbeiteten, schienen hingegen nicht darunter zu leiden. Dafür, dass gerade die Abwesenheit der Mutter in der Nacht ein Problem für Kinder bis zum Alter von fünf Jahren darstellt, haben die Autoren keine plausible Erklärung. Ihre Vermutung, dass die Mütter aus der Balance geraten und daher unausgeglichener und ruppiger gegenüber ihren Kindern sind, konnte nicht bestätigt werden. Es machte auch keinen Unterschied, ob ein anderer Erwachsener nachts beim Kind war oder nicht. Nach Meinung von Dunifon und Kollegen sollte weiter nach den Ursachen geforscht werden. Sie empfehlen Arbeitgebern und Müttern, zu berücksichtigen, dass die berufsbedingte Abwesenheit der Mutter bei Nacht offensichtlich bei vielen Kinder die Entwicklung beeinträchtigt und zu Verhaltensauffälligkeiten führt. ms

Dunifon R, Crosby D, Kalil A, Su JH: Mothers’ night work and children’s behavior problems. Developmental Psychology 2013; 49: 1874–85. MEDLINE

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