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Die Autoren setzen sich kritisch mit der wichtigen Frage nach Interessenskonflikten im Rahmen von Leitlinien auseinander (1). Als politisch Mitverantwortliche sind wir jedoch tief enttäuscht und betroffen, dass der Beitrag die Kontrollmechanismen der Koautoren und des Deutschen Ärzteblattes passieren konnte, denn es wird diesem schwierigen und verantwortungsvollen Thema leider überhaupt nicht gerecht. Gerade die S3-Leitlinie zur Psoriasis wurde zum damaligen Zeitpunkt als exzellentes Beispiel für eine qualitativ hochwertige Arbeit von allen Seiten gelobt und war auch Grundlage für die internationale Leitlinie.

Durch eine tendenziöse Auswahl von Zitaten, Weglassen von relevanten Informationen und unzulässige Schlüsse wird beim uninformierten Leser erst der Eindruck einer „zu positiven Charakterisierung von Efalizumab“ kreiert, der dann den Autoren der Leitlinie als zu Industrienah angelastet wird.

Die Autoren verschweigen, dass Efalizumab in der Leitlinie genau wie in der Vergleichsleitlinie als schwächstes Biologikum beschrieben wird .

Die Autoren machen ferner die Leitlinie verantwortlich für die Zunahme von Verschreibungen von Efalizumab; diese Zunahme gilt jedoch für alle Biologika in diesem Zeitraum, da hier durch eine neue Substanzklasse die Systemtherapie schwer betroffener, bislang unterversorgter Patienten mit hohem Leidensdruck in den Fokus gelangte.

Die Autoren konstruieren einen Zusammenhang zwischen der Leitlinie und dem fälschlichen Verschreiben von Efalizumab bei psoriatischer Arthritis, obwohl laut Leitlinie dieses Medikament hierfür nicht geeignet ist. Die zum Vergleich benannte „unabhängige Leitlinie“ ist keine vergleichbare Leitlinie, sondern ein Health Technology Assessments (HTA)-basierter Wirksamkeitsvergleich zweier Medikamente.

Wir fordern das Deutsche Ärzteblatt, aber auch die Koautoren und die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft auf, sich sachgerecht mit der Kritik an dem Beitrag auseinanderzusetzen und eine angemessene Darstellung der wahren Sachverhalte vorzunehmen. Interessierte finden auf www.derma.de eine ausführliche Kritik.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0036b

Dr. med. Klaus Strömer

Präsident des Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD)

dr.stroemer@t-online.de

Dr. med. Michael Reusch

Past-Präsident Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD)

Interessenkonflikt
Dr. Strömer erhielt Reisekostenerstattung und wurde für Vorträge honoriert von den Firmen Serono, Janssen-Cilag, Pfizer, Essex, Abbott und Biogen-Idec.

Dr. Reusch bekam Kongressgebühren- und Reisekostenerstattung von der Firma Abbott.

1.
Schott G, Dünnweber C, Mühlbauer B, Niebling W, Pachl H, Ludwig WD:
Does the pharmaceutical industry influence guidelines? Two examples from Germany. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(35–36): 575–83. VOLLTEXT
1.Schott G, Dünnweber C, Mühlbauer B, Niebling W, Pachl H, Ludwig WD:
Does the pharmaceutical industry influence guidelines? Two examples from Germany. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(35–36): 575–83. VOLLTEXT

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