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Die Schwierigkeiten bei der Bewertung von Indikationsstellung, Diagnostik und Therapie sowie bei der Beurteilung des Therapieerfolges nach Behandlung der lumbalen Spinalkanalstenose des älteren Menschen werden am Ende unseres Beitrags nochmal unterstrichen (1). Die Diskussionsbeiträge von Schiltenwolf und Wörz beschreiben ebenfalls die Vielschichtigkeit des Problems, sie fügen sich nahtlos in unsere Darstellung ein. In unserem CME-Beitrag wurde weitestgehend den das Krankheitsbild betreffenden Aspekten Rechnung getragen. Die psychische Komorbidität älterer Patienten und deren Einfluss auf das Ergebnis jeglicher medizinischer Behandlung stellen wichtige Aspekte dar, die nicht nur die Behandlung der spinalen Stenose, sondern auch andere Therapieverfahren betreffen. Eine ausführlichere Darstellung hätte den Umfang des Beitrages gesprengt und wurde aus diesem Grund nicht vorgenommen.

Zu dem Diskussionsbeitrag von Herrn Wörz ist festzustellen, dass Anamneseerhebung und klinische Untersuchung, wie auch im Artikel formuliert, ganz klar am Anfang stehen und zur klinischen Diagnose einer neurogenen Claudicatio führen. Die Diagnose „Spinalkanalstenose“ ist jedoch an bildgebende Untersuchungen gebunden. Die Darstellung einer fehlenden Korrelation zwischen bildgebenden Befunden und klinischen Diagnosen mit dem Nachweis einer breiten Streuung der radiologischen Befunde mit einer insgesamt niedrigen Interobserver-Reliabilität erfolgte am Anfang des Artikels.

Gerade das Fehlen validierter und leitliniengestützter Behandlungspfade bei der Therapie der lumbalen Spinalkanalstenose erfordert die Einleitung von Schritten in diese Richtung. Eine differenzierte Betrachtung insbesondere des Behandlungsergebnisses ist sinnvoll und wichtig. Entsprechende Scoring-Systeme (zum Beispiel SF 36/Oswestry Disability Index) existieren und erlauben – in Grenzen – eine reproduzierbare und objektivierbare Beurteilung des Krankheitsverlaufes. Das vor zwei Jahren eingeführte Register der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft (DWG) bietet sich als deutschlandweite Plattform zur Sammlung von Verlaufsdaten und zur Beschreibung des Stellenwerts verschiedener Verfahren an. Auf freiwilliger Basis werden unter anderem die Wertigkeiten von Behandlungsverfahren erfasst, auch unter dem Gesichtspunkt eines künftigen Qualitätmanagements. Eine weitere kontinuierliche, wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung der Problematik wird zur erhöhten Sicherheit und zu einem noch höheren Grad der individualisierten Therapie und damit zur Vermeidung unnötiger Eingriffe führen.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0040

Für die Autoren:

PD Dr. med. Christian Ewald

Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie

Universitätsklinikum Jena

christian.ewald@med.uni-jena.de

Interessenkonflikt

Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Kalff R, Ewald C, Waschke A, Gobisch L, Hopf C: Degenerative lumbar spinal stenosis in older people—Current treatment options. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(37): 613–24. VOLLTEXT
1.Kalff R, Ewald C, Waschke A, Gobisch L, Hopf C: Degenerative lumbar spinal stenosis in older people—Current treatment options. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(37): 613–24. VOLLTEXT

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