ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2014Nutzenbewertung von Alt-Arzneimitteln: Arznei­mittel­kommission: Prüfung beibehalten

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Nutzenbewertung von Alt-Arzneimitteln: Arznei­mittel­kommission: Prüfung beibehalten

Dtsch Arztebl 2014; 111(3): A-55 / B-51 / C-47

Korzilius, Heike

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Der Vorsitzende der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig, hat an die Bundesregierung appelliert, am sogenannten Bestandsmarktaufruf für Arzneimittel festzuhalten. „Die Nutzenbewertung für bereits auf dem Markt befindliche Arzneimittel ist für eine qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Arzneimittelversorgung unentbehrlich“, sagte Ludwig bei einer Tagung der Arznei­mittel­kommission im Rahmen des 38. Interdisziplinären Forums der Bundes­ärzte­kammer in Berlin.

Der AkdÄ-Vorsitzende verwies auf die Bewertungsergebnisse der Gliptine, dem bislang einzigen Bestandsmarktaufruf. Nur bei zwei Wirkstoffen habe es Hinweise auf einen geringen Zusatznutzen gegenüber der Standardtherapie gegeben. „Bedenkt man, dass Gliptine etwa 10-fach teurer sind und ihre Verordnungszahlen rasant steigen, wird die potenzielle Bedeutung des Verfahrens auch für die Kostenentwicklung deutlich“, so Ludwig.

Die schwarz-rote Regierungskoalition plant, die Nutzenbewertung von Arzneimitteln im Bestandsmarkt wieder abzuschaffen. Der administrative Aufwand für die Pharmaunternehmen und die Gremien der Selbstverwaltung sei zu hoch, heißt es zur Begründung. Damit die Krankenkassen dennoch nicht auf Einsparungen verzichten müssen, soll der Preisstopp für patentgeschützte Medikamente bis zum 31. Dezember 2017 verlängert werden. Außerdem soll der Rabatt, den die Pharmaunternehmen den Kassen einräumen müssen, von sechs auf sieben Prozent erhöht werden. Die Möglichkeit, neben neu zugelassenen auch ältere Medikamente auf ihren Zusatznutzen hin zu untersuchen, besteht seit Anfang 2011. HK

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