ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2014Bürokratieabbau: Bayern legt Bericht vor

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Bürokratieabbau: Bayern legt Bericht vor

Dtsch Arztebl 2014; 111(3): A-74

Schmidt, Klaus

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Eine Anlaufstelle hat Vorschläge gesammelt, wie man in Arztpraxen Bürokratie verringern kann.

Unnötige Bürokratie ist ein Problem in den Praxen niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten. Sie verleidet die Freude am Beruf und hält den Nachwuchs von einer Niederlassung in freier Praxis ab. Deshalb hat von November 2011 bis Oktober 2012 eine Anlaufstelle für Bürokratieabbau der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns und des bayerischen Ge­sund­heits­mi­nis­teriums Vorschläge geprüft, wie Bürokratie verringert werden kann. Mehr als 250 Einsender unterbreiteten 500 Vorschläge. Dadurch sei einiges in Bewegung geraten, das den Kollegen das Leben erleichtere, sagte Dr. med. Ilka Enger, 2. stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Bayerns, bei der Vorlage des Abschlussberichts der Anlaufstelle Anfang Januar in München. Die bayerische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) wies darauf hin, dass die KV Bayerns die Anlaufstelle künftig allein fortführt.

Zentrales Thema bei den Einsendungen waren Enger zufolge die gut 200 Formulare, die es für Arztpraxen gibt. Häufig wurde die Notwendigkeit von Angaben infrage gestellt, insbesondere bei formfreien Anfragen der Kassen. Eine Formularkommission der KV und der Krankenkassen soll nun vorhandene Formulare auf Nützlichkeit und Nutzerfreundlichkeit überprüfen. Verbesserungsvorschläge sollen getestet und bei Erfolg in andere Bundesländer exportiert werden.

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Kritisiert haben die Einsender auch den hohen Dokumentationsaufwand bei der Arzneimittelverordnung, um Regresse zu vermeiden. Viele Ärzte, so das Ergebnis, würden deshalb eine Positivliste bevorzugen. Auch die Komplexität der Abrechnung und die bei Online-Abrechnungen notwendige Sammelerklärung galt vielen als Bürokratiequelle. KV-Vorstand Enger beschrieb die eigene Erfahrung als Internistin: Bei jeder Online-Abrechnung müsse sie auf Papier erklären, dass sie diese persönlich ausgefertigt habe. Da sei es ein erster Erfolg des Projekts zum Bürokratieabbau, dass in Medizinischen Versorgungszentren künftig nur der ärztliche Leiter die Sammelerklärung unterzeichnen müsse und nicht mehr alle Ärzte.

Klaus Schmidt

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