ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2014Patientenbeteiligung: Werkstattberichte aus der Praxis

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Patientenbeteiligung: Werkstattberichte aus der Praxis

Dtsch Arztebl 2014; 111(3): A-88 / B-78 / C-72

Krüger-Brand, Heike E.

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Die Forderung, Bürger und Patienten zu Beteiligten im Gesundheitswesen zu machen, ist weder neu noch umstritten, dennoch aber in vielen Bereichen weit entfernt von einer Realisierung. Dabei ist die Einbeziehung von Patienten ein „interdisziplinäres“ Thema, das viele Institutionen und Akteure, wie etwa Krankenkassen, Ärzte, Krankenhäuser, und ebenso auch Versicherten- und Patientenorganisationen tagtäglich betrifft. Wie gelingt aktive Patientenbeteiligung? Das ist die zentrale Frage, die der vorliegende Sammelband aus der Perspektive unterschiedlicher Akteure im Gesundheitswesen aufgreift.

Dabei konzentrieren sich die Autoren laut Herausgeberinnen auf die „Meso-Ebene“: Es geht um die Patientenbeteiligung auf der mittleren Ebene des Gesundheitssystems, das heißt in den Versorgungsstrukturen und -institutionen etwa in Verbänden, Körperschaften, Krankenkassen und Behandlungseinrichtungen.

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Anhand von 14 ausgewählten Praxisbeispielen berichten die Autoren über Erfahrungen, die sie in innovativen Projekten und Initiativen gesammelt haben. So haben etwa die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe ein Fortbildungskonzept für Medizinische Fachangestellte zum Thema Selbsthilfe entwickelt und gemeinsam mit den Einrichtungen der Selbsthilfeunterstützung in Nordrhein-Westfalen umgesetzt. Das Ziel war, die Einbeziehung der Selbsthilfe dadurch stärker in der Kommunikationsstruktur von Arzt- und Psychotherapeutenpraxen zu verankern.

Aus dem Krankenhaus werden unter anderem das Konzept Selbsthilfefreundlichkeit sowie Patientenbefragungen zur Aufenthaltsqualität und Beschwerdemanagement vorgestellt. Vertreter vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin stellen dar, wie die aktive Patientenbeteiligung bei der Leitlinienerstellung am Beispiel des Programms für Nationale Versorgungsleitlinien aussieht.

Aus der Perspektive einer Krankenkasse wird über eine Versichertenbefragung zum Nutzen einer persönlichen elektronischen Gesundheitsakte berichtet.

Der Leser erhält auf diese Weise aus unterschiedlichen Bereichen vielfältige Anregungen und Ansätze für eigene Projekte zur Verbesserung der Patientenorientierung und -beteiligung, gleichzeitig aber auch Hinweise auf mögliche Barrieren und hilfreiche Empfehlungen, wie sich diese Hürden umgehen lassen.

Heike E. Krüger-Brand

Heidemarie Marona, Silvia Petak-Opel (Hrsg.): Leuchttürme, Praxisbeispiele und Erfahrungen aktiver Patientenbeteiligung – für Akteure im Versorgungsmanagement. Edition Winterwork, Borsdorf 2013, 197 Seiten, kartoniert, 17,90 Euro

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