ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2014„Pille Danach“: Expertengremium befürwortet Rezeptfreiheit

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„Pille Danach“: Expertengremium befürwortet Rezeptfreiheit

Dtsch Arztebl 2014; 111(4): A-100 / B-88 / C-84

Korzilius, Heike

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Der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat sich dafür ausgesprochen, die Rezeptpflicht für das Präparat Levonorgestrel zur Notfallkontrazeption aufzuheben. Es gebe keine medizinischen Argumente, die zwingend gegen eine Entlassung der „Pille danach“ aus der Rezeptpflicht sprächen, teilte das BfArM mit. Zugleich hätten die Experten jedoch darauf verwiesen, dass es wichtig sei, die betroffenen Frauen bei der Abgabe des Präparats in der Apotheke zu beraten.

Das Votum des Sachverständigenausschusses wird nun als Empfehlung an das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium weitergeleitet. Das CDU-geführte Ministerium entscheidet dann darüber, ob es eine entsprechende Verordnung erlässt und diese dem Bundesrat zur Zustimmung vorlegt.

Levornogestrel (PiDaNa®) ist nur ein Präparat zur Notfallkontrazeption. Auf Ulipristalacetat (ellaOne®) bezieht sich die Empfehlung nicht. Foto: KNA-Bild
Levornogestrel (PiDaNa®) ist nur ein Präparat zur Notfallkontrazeption. Auf Ulipristalacetat (ellaOne®) bezieht sich die Empfehlung nicht. Foto: KNA-Bild
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Die Entscheidung darüber, Levonorgestrel aus der Verschreibungspflicht zu entlassen, wird bereits seit zehn Jahren diskutiert. Schon 2003 hatte sich der Sachverständigenausschuss dafür ausgesprochen, ohne dass das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium tätig geworden wäre. Der rot-grün dominierte Bundesrat hatte zuletzt im November 2013 gefordert, die Verschreibungspflicht für die „Pille danach“ aufzuheben. Er hatte damals auf die Erfahrungen anderer europäischer Länder verwiesen, in denen das Medikament ohne Rezept erhältlich ist. Dort sei die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche gesunken.

Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, sprach sich hingegen dafür aus, an der ärztlichen Beratung festzuhalten. Auch die Apothekenpflicht sei „zwingend“. Denn die „Pille danach“ bleibe ein „Notfallmedikament mit Nebenwirkungen“. HK

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