ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2014Molekulare Bildgebung: Seltene Anämien erforschen

TECHNIK

Molekulare Bildgebung: Seltene Anämien erforschen

Dtsch Arztebl 2014; 111(4): A-137

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Weltweit leiden etwa 1,6 Milliarden Menschen an Blutarmut – circa zehn Prozent der Betroffenen sind an seltenen Formen der Anämie erkrankt. Diese Varianten der Erkrankung eindeutig zu erkennen, ist schwierig, da entsprechende Diagnoseverfahren bislang fehlen. In dem europäischen Forschungsprojekt CoMMiTMenT (Combined Molecular Microscopy for Therapy and Personalized Medication in Rare Anaemias Treatments) arbeiten Wissenschaftler daran, seltene Anämien mit bildgebenden Verfahren besser zu identifizieren. Koordiniert wird das Projekt von Dr. Lars Kaestner am Institut für Molekulare Zellbiologie der Universität des Saarlandes. Die Europäische Union fördert die Arbeit für fünf Jahre mit sechs Millionen Euro.

Die Aufnahme zeigt Erythrozyten, die mit einem bestimmten optischen Verfahren, dem Hoffman-Modulations-Kontrast, aufgenommen wurden. Foto: Lars Kaestner/Saar-Uni
Die Aufnahme zeigt Erythrozyten, die mit einem bestimmten optischen Verfahren, dem Hoffman-Modulations-Kontrast, aufgenommen wurden. Foto: Lars Kaestner/Saar-Uni

Die genauen Zusammenhänge zwischen molekularen Ursachen und klinischen Symptomen bei Blutarmut sind nur unzureichend erforscht, etwa bei der Sichelzellanämie. „Wir wollen die zellulären Ursachen und Funktionsweisen bei den seltenen Formen der Anämie verstehen, um so Ansätze für neue, auf den Patienten zugeschnittene Therapien zu entwickeln“, erläuterte Kaestner. Dazu werden spezielle bildgebende Technologien so kombiniert, dass molekulare Defekte einzelner roter Blutzellen sichtbar gemacht werden können. Oft sind laut Kaestner bei Anämie-Patienten zum Beispiel Transportkanäle in den Blutzellen verändert. Sie kommen daher als charakteristisches biologisches Merkmal zur Diagnose in Betracht.

Anzeige

Neben der Arbeitsgruppe aus Deutschland beteiligen sich Forscher aus Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz und Spanien an dem Vorhaben. EB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema