ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2014Medikamentöse Tabakentwöhnung: Weiterhin keine Kostenübernahme durch GKV

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Medikamentöse Tabakentwöhnung: Weiterhin keine Kostenübernahme durch GKV

Dtsch Arztebl 2014; 111(4): A-101 / B-89 / C-85

Osterloh, Falk

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Medikamente zur Raucherentwöhnung sind Arzneimittel, deren Einsatz im Wesentlichen durch die private Lebensführung bedingt ist. Deshalb ist jeder Verbraucher für deren Finanzierung selbst verantwortlich. Das erklärte die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion „Die Linke“ und bekräftigte damit den im § 34 Sozialgesetzbuch V festgeschriebenen Ausschluss sogenannter Lifestyle-Medikamente aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV).

Wer von der Tabaksucht wegkommen möchte, soll für unterstützende Medikamente selbst aufkommen. Foto: dpa
Wer von der Tabaksucht wegkommen möchte, soll für unterstützende Medikamente selbst aufkommen. Foto: dpa

Der Gesetzgeber verletze seinen Gestaltungsspielraum nicht, wenn er angesichts der beschränkten finanziellen Leistungsfähigkeit der GKV Leistungen ausschließe, die in erster Linie einer Steigerung der Lebensqualität jenseits lebensbedrohlicher Zustände dienten. Die Tagestherapiekosten für Medikamente zur Raucherentwöhnung lägen zudem in einem Bereich, den Versicherte auch wegen der eingesparten Kosten für Zigaretten selbst finanzieren könnten.

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Bei der Tabakentwöhnung komme es vor allem auf die persönliche Motivation zum Rauchverzicht an, schreibt die Bundesregierung weiter. Medikamentöse Maßnahmen könnten allerdings unter Umständen eine zusätzliche Unterstützung darstellen, die jedoch individuell mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden müssten.

Der drogenpolitische Sprecher der Links-Fraktion, Frank Tempel, kritisiert die Antwort der Bundesregierung als „zynisch“. Wirksame Arzneimittel gegen schwere Erkrankungen per Gesetz von der Erstattung auszuschließen, sei rechtlich absurd und für die Betroffenen eine Katastrophe. fos

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