Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Während wir in Deutschland inzwischen umfangreiche Daten zum Auftreten von nosokomialen Infektion und zur Übertragung von multiresistenten Erregern in Krankenhäusern haben, ist die Übersicht über die mit ambulanter medizinischer Behandlung in Zusammenhang stehenden Infektionen gering. Das hat zwei wesentliche Ursachen: Zum einen wird das Infektionsrisiko im ambulanten Bereich als deutlich geringer eingeschätzt, weil die Patienten – außer in speziellen Bereichen wie ambulante Dialyse, Endoskopie oder ambulantem Operieren – wenig invasive diagnostische und therapeutische Maßnahmen erfahren, und zum anderen, weil es methodisch sehr aufwendig ist, die Patientenkohorten nach ambulanter Behandlung systematisch nachzuverfolgen, um solche Infektionen zu identifizieren.

Das ist auch der Grund, warum es kaum Interventionsstudien zu sinnvollen Präventionsmaßnahmen im ambulanten Bereich gibt und in der Regel deshalb Präventionsempfehlungen aus dem stationären Bereich auf den ambulanten Sektor übertragen werden, was auch in unseren Augen nicht immer 1 : 1 sinnvoll ist. Trotzdem gibt es keinen Zweifel, dass bestimmte Präventionsmaßnahmen auch im ambulanten Bereich eine große Bedeutung haben. Zu nennen ist hier zweifellos die Händedesinfektion. Viele im ambulanten Bereich tätige Ärzte haben die von der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) empfohlenen Indikationen für die Händedesinfektion noch nicht für sich akzeptiert und setzen sie noch nicht regelmäßig um. Das zeigen auch aktuelle Daten der „AKTION Saubere Hände“: Im Vergleich zu 622 deutschen Krankenhäusern, die im Jahr 2012 Daten zu ihrem Händedesinfektionsmittelverbrauch lieferten, nahmen nur 40 Arztpraxen an der Aktion teil. Der durchschnittliche Verbrauch von alkoholischem Händedesinfektionsmittel pro behandeltem Patienten betrug in den Arztpraxen nur 3,8 mL pro Behandlungsfall, also kaum mehr als für eine Händedesinfektion pro Patient notwendig ist. Dabei zeigte sich eine große Bandbreite zwischen den teilnehmenden Arztpraxen.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0066b

Dr. rer. medic. Michael Behnke

Institut für Hygiene und Umweltmedizin

Charité Berlin

michael.behnke@charite.de

Interessenkonflikt
Die Autoren beider Beiträge erklären dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Behnke M, Hansen S, Leistner R, et al.: Nosocomial infection and antibiotic use: A Second National Prevalence Study in Germany. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(38): 627–33 VOLLTEXT
1.Behnke M, Hansen S, Leistner R, et al.: Nosocomial infection and antibiotic use: A Second National Prevalence Study in Germany. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(38): 627–33 VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema