ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2014Nicht zu viel verlangt
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Nach einer postalischen Befragung von Ärzten, Apothekern und Juristen stellen die Autoren fest, dass die Häufigkeitsangaben von Nebenwirkungen, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Konsens mit der 1997 standardisierten Kodierung durch das European Commission (EC) Pharmaceutical Committee übernommen hatte, dem umgangssprachlichen Verständnis von Wahrscheinlichkeiten nicht entspricht.

Die Autoren schlagen deshalb vor, die Kodierung (sehr häufig > 10 % .... sehr selten < 0,01 %) zu überarbeiten und der Umgangssprache anzupassen. Das kann man natürlich umsetzen und damit das Chaos perfektionieren.

Die BfArM-Kodierung hat sich seit Jahren in allen Gebrauchsinformationen für Anwender (Packungsbeilagen), in den meisten Fachinformationen für Ärzte und Apotheker und in den Patienten-Informationen für Teilnehmer an klinischen Studien eingebürgert.

Sollte man nicht eher fordern, dass sich Apotheker und Ärzte, die ihre Patienten und/oder Studienteilnehmer beraten sollen und informieren wollen, mit der nationalen (und internationalen) Terminologie vertraut machen? Da es sich nur um fünf Abstufungen handelt, ist das wohl nicht zu viel verlangt. Ansonsten könnte vielleicht noch jemand auf die Idee kommen, regionale Unterschiede zu berücksichtigen, denn was in Bayern „sehr häufig“ vorkommt, könnte in Mecklenburg-Vorpommern vielleicht nur „gelegentlich“ auftreten oder vice versa.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0067a

Prof. Dr. med. Frank P. Meyer

Wanzleben-Börde

U_F_Meyer@gmx.de

1.
Ziegler A, Hadlak A, Mehlbeer S, König IR: Comprehension of the description of side effects in drug information leaflets—a survey of doctors, pharmacists and lawyers: Dtsch Arztebl Int 2013; 110(40): 669–73 VOLLTEXT
1.Ziegler A, Hadlak A, Mehlbeer S, König IR: Comprehension of the description of side effects in drug information leaflets—a survey of doctors, pharmacists and lawyers: Dtsch Arztebl Int 2013; 110(40): 669–73 VOLLTEXT

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