ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2014Sportmedizin: Bewegungsgymnastik empfehlenswert
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Eis drauf, Kältebadanwendung, Schmerzmittel – weitermachen, das kann und darf nicht das Credo sein in der Sportmedizin bei der Behandlung von „Muskelkater“. Jahrzehntelang hielt sich (bei einigen bis heute) die pseudologische Vorstellung der Milchsäureanreicherung als Ursache für „Muskelkater“. 2002 wurde im DÄ 6/ 2002 und 28–29/2002 von Professoren der Sportmedizin, und nicht der Philosophie, die Pathogenese des „Muskelkaters“ eindeutig erklärt als Überlastungsmyopathie . . . Es kommt zu Mikroverletzungen von Muskelfasern mit allen Zeichen einer Entzündung, die bekanntermaßen folgenlos abheilt. Meines Erachtens ergibt sich hieraus, dass erst nach Abklingen der Schmerzsymptomatik der Heilungsprozess beendet ist und die Muskelfaserstabilität wieder besteht. Erst dann sollte mit einem regenerativen Training wieder angefangen werden . . . Wir sind dem Wohl des Patienten verpflichtet und nicht seinen Wünschen oder denen der Funktionäre. Im Extremfall mündet so etwas dann in „Gesundspritzen“ von Gelenken mit Cortison oder Doping . . . Kältebäder unter dem Gesichtspunkt oben genannter Pathogenese der Überlastungsmyopathie (Muskelkater) in den ersten Stunden sind sicherlich sinnvoll zur Vermeidung der Ödembildung und von Mikrohämatomen, Dehnen (Stretching) erscheint mir aber mehr als fraglich und auch zum sogenannten Aufwärmen nicht geeignet. Bewegungsgymnastik vor und nach der Belastung bekommt der Physiologie und Anatomie des Muskels und damit dem Sportler sicherlich am besten.

Dr. med. Wolfgang Kröger, 27476 Cuxhaven

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