ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2014Patientenorientierung: Hightouch statt Hightech
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Der demografische Wandel und der technische Fortschritt zwingen vor allem uns Ärzte zum grundlegenden Umdenken im Umgang mit den immer knapper werdenden Ressourcen – weg vom technokratischen Mediziner der Neuzeit hin zum empathischen Arzt (scheinbar) früherer Prägung.

Vor diesem Hintergrund lassen sich auch alle neuen Herausforderungen des Arztseins, wie zum Beispiel EbM, Leitlinien, Gesundheitsökonomie mit aufwendigen Kosten-/Nutzen-Relationen, Qualitätsmanagement, Ethik usw. in die ideale Arzt-Patientenbeziehung integrieren.

Wir Ärzte sollten unsere Patienten nicht nur „state of the art“ untersuchen und behandeln, sondern (wieder?) ein Gespür für deren wirkliche, oftmals vielschichtige Bedürfnisse entwickeln, sie tatsächlich aktiv in den Behandlungsprozess einbeziehen und dies auch zulassen. Unsere Patienten werden es uns danken.

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Wir bewahren sie damit vor dem oftmals belastenden Räderwerk der modernen Medizinindustrie, ersparen dem System obendrein unnötige Kosten, und sie schenken uns dafür das Wertvollste, was sie uns bieten können: ihr Vertrauen. Um sich das Vertrauen seiner Patienten zu erwerben und langfristig zu erhalten, braucht es einen moralisch hochstehenden ärztlichen Wertekodex, den zu entwickeln unsere lebenslange Aufgabe bleibt. Dieser ärztliche Kodex vereinigt alle oben stehenden Regelwerke, die in Textform oftmals abstrakt und seltsam blutleer wirken, in sich, mit allerdings einem entscheidenden Unterschied: Werte werden nicht gewählt und können schon gar nicht befohlen werden, sie wachsen von innen heraus.

Dr. med. Horst Riechers, 94036 Passau

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