ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2014GlaxoSmithKline: Lieferengpass von Varizellenmono- und Kombinationsimpfstoffen

PHARMA

GlaxoSmithKline: Lieferengpass von Varizellenmono- und Kombinationsimpfstoffen

Dtsch Arztebl 2014; 111(5): A-183

EB

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Das Paul-Ehrlich-Institut und das Robert-Koch-Institut stellen Empfehlungen vor, wie mit den Restbeständen ein Optimum an Immunität in der Bevölkerung zu erreichen ist.

Wegen Herstellungsproblemen wird es im Verlauf des ersten Quartals zu einer Lieferunfähigkeit des Masern-Mumps-Röteln-Varizellen (MMRV)-Kombinationsimpfstoffs (Priorix-Tetra®) und des Varizellen-Einzelimpfstoffs (Varilrix®) der Firma bei Glaxosmithkline kommen. Mit erneuten Auslieferungen ist frühestens im Verlauf des zweiten Quartals zu rechnen. Als Alternativen stehen alle Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Kombinationsimpfstoffe (Priorix®, M-M-R-VaxPro®) sowie der Varizellen-Einzelimpfstoff Varivax® zur Verfügung. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese den Bedarf nicht kompensieren können.

Um mit den zur Verfügung stehenden Beständen ein Optimum an Immunität in der Bevölkerung zu erreichen, hat das Robert-Koch-Institut gemeinsam mit dem Paul-Ehrlich-Institut und in Abstimmung mit der Ständigen Impfkommission (STIKO) eine Vorgehensweise erarbeitet, wie während der zu erwartenden Impfstoffknappheit die Standardimpfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen am sinnvollsten erfolgen können:

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  • Die erste MMR-Impfung sollte in jedem Fall entsprechend den STIKO-Empfehlungen durchgeführt werden. Solange monovalenter Varizellen-Impfstoff zur Verfügung steht, sollte eine empfohlene erste Varizellen-Impfung zeitgleich verabreicht werden. Sofern kein Varizellen-Impfstoff zur simultanen Gabe verfügbar ist, sollte dies auf keinen Fall dazu führen, die erste MMR-Impfung zu verschieben.
  • MMR-Impfstoffe sollten prioritär für die Erstimpfung vorgehalten werden, um die Durchführung der Erstimpfungen sicherzustellen.
  • Derzeit anstehende zweite MMR(V)-Impfungen sollten verschoben werden, bis die Verfügbarkeit von MMRV-Impfstoffen wiederhergestellt ist. Zu diesem späteren Zeitpunkt können dann auch wieder MMR-Impfstoffe für die zweite MMR(V)-Impfung eingesetzt werden.
  • Verschobene Impfungen (zweite MMR-Impfung sowie erste und zweite Varizellen-Impfung) sollten möglichst zeitnah nachgeholt werden, um dauerhafte Impflücken zu verhindern. In der Praxis sollte daher, bei jungen Kindern spätestens bei den nächsten dann anstehenden Vorsorgeuntersuchungen (U7, U7a), besonders auf die Vollständigkeit des Impfschutzes geachtet werden, respektive den Eltern diese Untersuchungen als Termin für die Nachholimpfung genannt werden. EB

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