ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2014Selbstmanagement der oralen Antikoagulation
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Hintergrund: Eine adäquate orale Antikoagulation (OAK) ist effektiv in der Vermeidung thromboembolischer Ereignisse. Es besteht Unsicherheit, ob erwachsene Patienten mit Langzeitindikation für eine orale Antikoagulation vom Patientenselbstmanagement hinsichtlich patientenorientierter Endpunkte und einer verbesserten Gerinnungseinstellung profitieren.

Methoden: Selektive Literaturrecherche in Medline nach qualitativ hochwertigen systematischen Übersichtsarbeiten auf Basis von randomisierten kontrollierten Studien, die Patientenselbstmessung oder -selbstmanagement gegenüber einer Standardversorgung untersuchten.

Ergebnisse: Es wurden acht Übersichtsarbeiten identifiziert, die teilweise die gleichen randomisierten klinischen Studien eingeschlossen hatten. In allen systematischen Übersichtsarbeiten konnte bei Patientenselbstmessung/-management eine etwa 40–50 % geringere Rate an thromboembolischen Ereignissen beobachtet werden, in sechs der Übersichtsarbeiten war auch die Mortalität um etwa 30–50 % signifikant niedriger. Subgruppenanalysen konnten diese Effekte nur für Patienten mit Selbstmanagement zeigen, nicht jedoch für die alleinige Selbstmessung. Die Häufigkeit von schweren Blutungsereignissen blieb in allen Übersichtsarbeiten unverändert. Die Erhebung der Lebensqualität beziehungsweise Patientenzufriedenheit erfolgte in fünf Übersichten mit unterschiedlichen Instrumenten, weshalb eindeutige Rückschlüsse bei Selbstmessung/-management nicht möglich waren. Die Gerinnungseinstellung wurde in allen Übersichtsarbeiten verbessert, wobei Angaben zur statistischen Signifikanz weitgehend fehlen.

Schlussfolgerungen: Erwachsene Patienten mit Langzeitindikation für eine orale Antikoagulation profitieren von einem Patientenselbstmanagement im Vergleich zu einer Standardtherapie mit einem ärztlichen Gerinnungsmanagement. Als Limitation zu erwähnen ist, dass die Übersichtsarbeiten in weiten Teilen auf der Analyse der gleichen Studien basieren.

LNSLNS

Zahlreiche Indikationen gehen mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten thromboembolischer Ereignisse einher wie die Vorhofflimmer-Arrhythmie, künstliche Herzklappen, Kardiomyopathien, Gefäßprothesen oder Zustände nach stattgehabten Thrombosen oder Embolien (1).

Zu den aktuell am häufigsten für Langzeitantikoagulation eingesetzten Substanzen zählen die Vitamin-K-Antagonisten (Kumarine) (2). Das Standardmodell der Versorgung von Patienten mit oraler Antikoagulation (OAK) besteht in der regelmäßigen venösen Blutabnahme und INR-Bestimmung mit anschließender, auf dem INR-Wert beruhender Dosisanpassung durch zumeist Haus- oder Fachärzte.

Mit der Einführung von Point-of-Care-Messgeräten (point-of-care-device; [POCD]) konnten neue Versorgungsmodelle wie die Patientenselbstmessung (patient-self-testing; [PST]) und das darüber hinausgehende Patientenselbstmanagement (patient-self-management; [PSM]) entwickelt werden.

Beim PSM übernimmt der Patient sowohl die Messung als auch die flexible Dosisadaption selbst. Dazu ist eine vorausgehende Schulung des Patienten und Unterweisung in der Handhabung des Messgeräts notwendig, wobei zur strukturierten Schulung mehrere standardisierte und evaluierte Schulungsprogramme zur Verfügung stehen (3, 4). Im Unterschied dazu, wird bei der PST nur die INR-Messung von den Patienten selbst durchgeführt, die Dosisanpassung erfolgt aber weiterhin durch den behandelnden Arzt.

Mögliche Vorteile einer Versorgung mit PSM oder PST umfassen:

  • ein besseres kooperatives Verhalten des Patienten im Rahmen der Therapie (5)
  • eine bessere Behandlungszufriedenheit (6)
  • vermittelt durch häufigere Kontrollen und bessere Dosisanpassung, weniger Thromboembolien bei gleichbleibendem Blutungsrisiko (7).

Ziel dieser Übersichtsarbeit war die Beantwortung der Fragestellung, ob erwachsene Patienten mit Langzeitindikation für eine orale Antikoagulation vom Patientenselbstmanagement (PSM) hinsichtlich patientenorientierter Endpunkte und einer verbesserten Gerinnungseinstellung profitieren.

Methode

Studientypen

Zur Beantwortung wurden nur systematische Übersichten herangezogen, die ausschließlich auf randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) basierende zusammenfassende Analyseergebnisse (zum Beispiel Metaanalysen) präsentieren. Entsprechend den Methoden des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (8) kann ein solches Vorgehen dann als verlässlich und zeitsparend angesehen werden, wenn bestimmte spezifische Voraussetzungen wie eine ausreichende Anzahl qualitativ hochwertiger Übersichtsarbeiten mit konkordanten Ergebnissen erfüllt sind. Eine solche Art von Übersichtsarbeiten, die manchmal auch als Meta-Reviews bezeichnet werden, wurde kürzlich auch von der Cochrane Collaboration eingeführt (9). Die für diese Ergebnisse berücksichtigten RCTs mussten die Kriterien entsprechend dem PICO-Schema erfüllen:

  • P: Population: Erwachsene mit Langzeitindikation für eine orale Antikoagulation (Kumarine)
  • I: Intervention: entweder PST oder PSM
  • C: Kontrollintervention: Messung und Dosisanpassung durch medizinisches Personal
  • O: Ergebnisse: patientenrelevante Endpunkte wie Mortalität, thromboembolische Komplikationen, schwere Blutungskomplikationen und Lebensqualität unter Hinzunahme des Surrogatparameters der Gerinnungseinstellung mittels INR-Messung.

Informationsbeschaffung, Identifizierung relevanter Studien und Qualitätsbewertung

Hierzu wurde für die letzten fünf Jahre eine bibliografische Literaturrecherche in Medline durchgeführt. Sowohl das Abstract- und das Volltextscreening als auch die Qualitätsbewertung erfolgten von zwei Gutachtern unabhängig voneinander, die diskrepante Einschätzungen anschließend gemeinsam auflösten. In methodischer Hinsicht musste die Übersichtsarbeit eine hohe Qualität nach dem Qualitätsindex von Oxman und Guyatt (10, 11) aufweisen. Demgemäß wurde sie nur dann eingeschlossen, wenn diese von zwei unabhängigen Gutachtern mit mindestens fünf von sieben möglichen Punkten bewertet wurden.

Die Extraktion der relevanten Daten wurde von einem Gutachter durchgeführt und von einem zweiten überprüft.

Ergebnisse

Ergebnisse der Informationsbeschaffung

Insgesamt wurden 128 Referenzen durch die Datenbankrecherche identifiziert (Grafik 1), von denen nach Sichtung im Volltext und der Qualitätsbewertung nach Oxman-Guyatt 9 Publikationen zu 8 hochwertigen systematischen Übersichten Berücksichtigung fanden.

Systematische Übersichten: bibliografische Literaturrecherche und Studienselektionsprozess; RCTs, randomisierte kontrollierte Studien
Grafik 1
Systematische Übersichten: bibliografische Literaturrecherche und Studienselektionsprozess; RCTs, randomisierte kontrollierte Studien

Charakteristika der systematischen Übersichten

In Tabelle 1 finden sich Angaben zu den Charakteristika. Detaillierte Angaben finden sich im vollständigen Bericht des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger (12). In 4 Übersichten (7, 1315) waren Studien, in denen PST oder PSM die untersuchte Intervention war, inkludiert. Ein Review schloss nur Studien mit PSM ein (16), während ein weiteres Review zusätzlich Studien mit entsprechenden Messungen durch eine Krankenschwester beim Hausarzt (near patient testing [NPT]) mitberücksichtigte (17). Die restlichen zwei Übersichten schlossen generell Studien mit Antikoagulationsmessungen mit einem POCD ein (18, 19). Die Studiendauer reichte von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren. Die Anzahl der inkludierten RCTs lag zwischen 5 und 22, wobei ein großer Teil der RCTs in den einzelnen Übersichten eingeschlossen war (Tabelle 2). Die Gesamtzahl der Patienten betrug zwischen 2 219 und 8 413. Das durchschnittliche Alter wurde nur in zwei Übersichten (7, 13) berichtet und lag dort bei 65 Jahren. Der Anteil der Frauen wurde nur in 4 Reviews berichtet und war mehrheitlich geringer als jener der Männer.

Charakteristika der Übersichtsarbeiten, Studiendauer und Patientencharakteristika
Tabelle 1
Charakteristika der Übersichtsarbeiten, Studiendauer und Patientencharakteristika
In den einzelnen Übersichtsarbeiten eingeschlossene RCTs (Studienspiegel)
Tabelle 2
In den einzelnen Übersichtsarbeiten eingeschlossene RCTs (Studienspiegel)

Ergebnisse zu den relevanten Endpunkten

Patientenrelevante Endpunkte

Gesamtmortalität – Alle acht Übersichten berichteten Ergebnisse zur Gesamtmortalität und führten auch eine metaanalytische Berechnung durch. In sechs Übersichten ergab sich, unabhängig von der Anzahl der in der Berechnung berücksichtigten RCTs (416), ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von PST/PSM im Vergleich zur Standardtherapie, wobei die relative Risikoreduktion zwischen 25 % und 52 % lag (errechnet aus den Angaben in Tabelle 3 (Grafik 2). In den Übersichtsarbeiten von Heneghan 2012 und der Ontario HTA Gruppe 2009 zeigte sich lediglich ein numerischer Vorteil im Ausmaß von 16 % beziehungsweise 34 % für die Interventionsgruppe, welcher jedoch statistisch nicht signifikant war (Tabelle 3). In Hinblick auf die statistische Heterogenität zeigte sich diese bei jenen 2 Übersichten (7, 13) mit den meisten ausgewerteten Patienten als erhöht (I2 = 51 % beziehungsweise 37 %).

Gegenüberstellung der Ergebnisse der Metaanalysen
Grafik 2
Gegenüberstellung der Ergebnisse der Metaanalysen
Ergebnisse der systematischen Reviews zu den Endpunkten Gesamtmortalität, thromboembolische Komplikationen und schwere Blutungen
Tabelle 3
Ergebnisse der systematischen Reviews zu den Endpunkten Gesamtmortalität, thromboembolische Komplikationen und schwere Blutungen

Im Rahmen von Subgruppenanalysen wurden in sechs Übersichten (7, 14, 15, 1719) getrennte Ergebnisse zu PSM im Vergleich zur Standardtherapie berichtet. Eine weitere Übersicht (16) befasste sich generell nur mit PSM als Intervention. Insgesamt zeigte sich hierbei in Bezug auf die Gesamtmortalität in fünf Übersichten ein statistisch signifikanter Vorteil zu Gunsten des PSM. In zwei Reviews (7, 18) war der berichtete Vorteil nicht signifikant. Auf der anderen Seite ergab sich für PST alleine in vier Übersichten (7, 14, 17, 18) kein signifikanter positiver Effekt im Vergleich zur Standardtherapie. Lediglich in der Arbeit von Xu 2012 (15), welche nur Patienten mit mechanischem Herzklappenersatz einschloss, lag ein signifikanter Vorteil auch für PST vor.

Thromboembolische Ereignisse – Eine Auswertung der thromboembolischen Ereignisse fand sich in sieben Übersichten, während eine Arbeit (16) lediglich eine gemeinsame Metaanalyse der schweren Komplikationen (Thromboembolien und Blutungen) präsentierte. Hierbei zeigte sich sowohl in den sieben Metaanalysen für die Thromboembolien als auch in jener für die schweren Komplikationen jeweils ein statistisch signifikanter positiver Effekt zu Gunsten von PST/PSM mit einer relativen Risikoreduktion von 41 –50 % (errechnet aus den Angaben in Tabelle 3 (Grafik 2). Die statistische Heterogenität lag dabei zwischen I2 = 0 % und 53 %.

Bei den Subgruppenanalysen zu PSM im Vergleich zur Standardtherapie in sechs Übersichten (7, 14, 15, 1719) ergab sich bei den thromboembolischen Ereignissen immer ein statistisch signifikanter Vorteil zu Gunsten der Interventionsgruppen.

Für PST alleine war dies lediglich in einer Übersicht (15) der Fall, während die anderen 4 Reviews (7, 14, 17, 18) keinen statistisch signifikanten positiven Effekt zeigten.

Schwere Blutungen – Eine Definition von schweren Blutungen fand sich in sechs Übersichten. Ergebnisse zu schweren Blutungen wurden in sieben Übersichten berichtet. Dabei ergab sich in allen Metaanalysen weder ein statistisch signifikanter Vorteil noch Nachteil für PST/PSM im Vergleich zur Standardtherapie, bei keiner beziehungsweise einer sehr geringen statistischen Heterogenität (Tabelle 3, Grafik 2).

Im Rahmen von Subgruppenanalysen wurden in sechs Übersichten (7, 14, 15, 1719) getrennte Ergebnisse für PSM im Vergleich zur Standardtherapie berichtet, wobei sich in allen Reviews kein statistisch signifikanter Gruppenunterschied zeigte. Ergebnisse für PST alleine gab es in 5 Reviews (7, 14, 15, 17, 18). Diese waren uneinheitlich. So kam es in zwei Übersichten (14, 17) zu einem statistisch signifikanten Vorteil gegenüber der Standardtherapie, während in den drei anderen Übersichten kein signifikantes Ergebnis vorlag.

Lebensqualität – In fünf Übersichten fanden sich Angaben zur Patientenzufriedenheit oder Lebensqualität (QoL) (13, 14, 1719). Aufgrund der unterschiedlichen Instrumente, die in den RCTs verwendet wurden, gab es in keiner der Übersichten eine quantitative Zusammenfassung. Alle fünf Übersichten beschrieben die Ergebnisse zur selbst wahrgenommenen Behandlungsqualität, die mit einem von Sawicki entwickelten Fragebogen (3) in drei RCTs erhoben wurden. Im Vergleich zur Standardbetreuung zeigte sich dabei ein signifikanter Vorteil für PSM in vier beziehungsweise allen fünf Kategorien des Fragebogens. Bei PST beschränkte sich der signifikante Unterschied auf die Kategorie „self-efficacy“. Einige weitere Instrumente zur Patientenzufriedenheit wiesen ebenfalls auf Vorteile für PST/PSM hin.

Die Erhebung der QoL erfolgte mit unterschiedlichen Instrumenten (EuroQoL/EQ-5D, SF-36, SEIQoL und ein speziell auf antikoagulierte Patienten ausgerichteter Fragebogen) und wurde nur unvollständig publiziert. Soweit berichtet, waren die Gruppenunterschiede meist nicht signifikant. Klare Rückschlüsse hinsichtlich des Effekts von PST/PSM auf die Lebensqualität waren aus den vorliegenden Daten daher nicht möglich.

Surrogatparameter

Gerinnungseinstellung – Ergebnisse zur Gerinnungseinstellung wurden in den Übersichten als Anteil der INR-Messungen im Zielbereich oder als Anteil der Zeit im Zielbereich dargestellt. Gepoolte Werte der Zeit im Zielbereich wurden in 4 Übersichten (13, 1719) berichtet und lagen dabei für die Kontrollgruppe bei 56–66 %. Für PST/PSM zeigten sich vergleichbar bessere Werte von 64–73 %. Angaben zur statistischen Signifikanz der Unterschiede fehlen jedoch in den meisten Fällen. Für den Anteil der INR-Werte im Zielbereich gab es gepoolte Ergebnisse nur aus einer Übersicht (13). Diese lagen bei 59 % für die Kontrollgruppe und bei 71 % für PST/PSM. Die gewichtete Differenz zwischen den beiden Gruppen war nicht signifikant.

Details zu den Ergebnissen der QoL und der Gerinnungseinstellung finden sich im vollständigen Bericht des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger (12).

Diskussion

Insgesamt wurden acht qualitativ hochwertige systematische Übersichtsarbeiten identifiziert, die Patientenselbstmessung oder -selbstmanagement (PST/PSM) versus einer Standardbetreuung untersucht hatten. Übereinstimmend konnte in allen systematischen Übersichtsarbeiten eine Reduktion der thromboembolischen Ereignisse bei PST/PSM beobachtet werden, in der überwiegenden Mehrzahl der Übersichten war auch die Mortalität signifikant niedriger. Die Häufigkeit von schweren Blutungsereignissen blieb in allen Übersichten unverändert. Im Hinblick auf die Behandlungszufriedenheit zeigte sich mehrheitlich ein signifikanter Vorteil von PST/PSM, was auch eine Studie an über 60-jährigen Patienten ergab (6). Betrachtet man die unterschiedlichen Strategien der Übernahme von Eigenverantwortung durch Patienten getrennt voneinander, so scheint PSM die überlegene Strategie zu sein.

Auch die Autoren des 2010 publizierten Cochrane Reviews (14) zu PST/PSM bei oraler Antikoagulation, welches auch in der vorliegenden Übersichtsarbeit berücksichtigt wurde, kommen zu dem Ergebnis, dass Patienten durch PST/PSM die Qualität ihrer Therapie im Vergleich zu einer Standardbetreuung verbessern konnten. Sowohl die Anzahl der Todesfälle (relatives Risiko: 0,64 [0,46–0,89]) als auch jene der thromboembolischen Ereignisse (relatives Risiko: 0,50 [0,36–0,69]) konnte ohne zusätzlichen Schaden statistisch signifikant reduziert werden (Tabelle 3). Weiter geht aus dem Cochrane Review hervor, dass für etwa die Hälfte aller Patienten eine Langzeittherapie mit PST beziehungsweise PSM möglich ist. Dies konnte auch in der SPOG 60 + Studie (20) gerade für ältere Patienten bestätigt werden. Es ist selbsterklärend, dass zum Beispiel ältere bettlägerige Patienten, demente Personen oder jene mit einer schweren Sehbehinderung ohne Betreuungsübernahmemöglichkeit vom Selbstmanagement ausgenommen sind.

Derzeit fehlen Studien, die bei Patienten mit Langzeitindikation einen direkten Therapievergleich zwischen Kumarinen unter PST beziehungsweise PSM und den neuen Antithrombotika (derzeit zugelassen Dabigatran/Rivaroxaban/Apixaban) untersuchen. Man kann daher nur indirekt eine Abschätzung vornehmen, indem man die Effekte beider Therapieoptionen jeweils im Vergleich zur Standardbehandlung (Kumarintherapie unter ärztlichem Management) gegenüberstellt und zusätzlich auch noch weitere Überlegungen zu deren Einsatz unter Realbedingungen anstellt. Sofern in den bisher veröffentlichten Studien zu den neuen Antithrombotika (2123) signifikante Vorteile beobachtet wurden, lagen die daraus abschätzbaren jährlichen Number Needed to Treat (NNTs) für die Gesamtmortalität bei über 200, für thromboembolische Ereignisse wie Schlaganfall oder Myokardinfarkt bei zumindest 130, und für schwere Blutungen über 100. Oft waren diese Endpunkte aber auch nicht signifikant unterschiedlich. Hingegen kann man bei PST/PSM und vor allem bei alleiniger Betrachtung von PSM von jährlichen NNTs ausgehen, die für die Gesamtmortalität und thromboembolischen Ereignisse unter 100 liegen. Heneghan (2012) kalkulierte die NNTs auf Basis von individuellen Patientendaten und beschrieb einen positiven Effekt von PST beziehungsweise PSM auf thromboembolische Ereignisse, wobei sich eine NNT von 78 nach 1 Jahr beziehungsweise eine NNT von 27 über 5 Jahre ergab (7).

Eine mögliche Limitation der Übersichtsarbeit besteht darin, dass die systematische Recherche lediglich in einer elektronischen Datenbank durchgeführt wurde. Jedoch wurde ein validierter Filter verwendet, so dass davon ausgegangen werden kann, dass jedenfalls die wichtigsten Arbeiten identifiziert wurden. Darunter finden sich aktuelle Publikationen in Peer-Review-Journals, ein Cochrane Review und HTA-Berichte, die alle großteils dieselben RCTs als Evidenzbasis verwenden und im Wesentlichen zu gleichen Ergebnissen hinsichtlich der Effektivität von PST/PSM kommen. Dies war insofern interessant, zumal wir zu Beginn unserer Arbeit mit größeren Unterschieden zwischen den Übersichten hinsichtlich der eingeschlossenen RCTs und damit auch der Ergebnisse gerechnet hatten. Durch die gewählte Methodik der Bewertung nach Sekundärliteratur können Arbeitsschritte auf Primärliteratur-Ebene eingespart werden, die von Autoren hochwertiger Übersichten bereits gemacht wurden, um nicht redundant zu sein und trotzdem von einem robusten Ergebnis ausgehen zu können. Dieser von uns postulierte Vorteil, ob der Robustheit des Ergebnisses, muss aber auch aus dem Blickwinkel einer Limitation betrachtet werden, dass bei Reviews, die weitgehend auf der selben Studienlage basieren, ähnliche Ergebnisse zu erwarten sind.

Abschließend ist festzuhalten, dass es im Gerinnungsmanagement generell einer Versorgungsoptimierung bedarf. Aus der Arbeit von Saal 2009 geht hervor, dass zum Beispiel in Deutschland beachtliche Sicherheitslücken bei Ärzten gerade in der Dokumentation, der Patienteninformation, dem Wissen über Nebenrisiken und den Medikamenteninteraktionen bestehen (24). Daran wird sich auch durch die Verschreibung der neuen Antithrombotika nichts ändern, die aufgrund ihrer Wirkungsweise selbstverständlich ein vergleichbares Nebenwirkungsprofil, nämlich die Gefahr der Blutung, aufweisen, wie sie auch in der vorzeitig abgebrochenen Studie zu Dabigatran bei Herzklappenpatienten dokumentiert wurde (25). Ebenso sollte der Kostenaspekt berücksichtigt werden. Selbst wenn man den Jahresbedarf für das Selbstmanagement (Teststreifen und ein Kumarin) summiert, sind die neuen Antithrombotika noch immer um circa 1 000 € Jahreskosten teurer (26). Nichtsdestotrotz stieg die Zahl der Neuverordnungen zum Beispiel von Rivaroxaban innerhalb von wenigen Monaten in den zweistelligen Millionenbereich an (27). Der Einsatz solch neuer Blockbuster führt zu einer enormen Zusatzbelastung des deutschen Gesundheitswesens, zumal für den Großteil der Patienten mit Langzeitindikation für eine Gerinnungshemmung die herkömmliche Kumarintherapie ausreichend ist (28). Auch wenn die Erstattung der Geräte in den einzelnen Kassen nicht regelhaft erfolgt, so werden die Kosten bei guter Begründung (Tabelle 4) weitgehend übernommen. Daher wurde in Deutschland kürzlich eine große Versorgungsforschungsstudie (PICANT) initiiert (29), die zum Ziel hat, durch ein Best-Practice-Modell die Versorgung von Patienten mit einer Langzeitindikation für gerinnungshemmende Medikation zu verbessern und gerinnungsassoziierte Komplikationen zu reduzieren.

Mögliche Begründungen zur Verordnung von Point-of-Care-Messgeräten
Tabelle 4
Mögliche Begründungen zur Verordnung von Point-of-Care-Messgeräten

Insgesamt konnte somit gezeigt werden, dass erwachsene Patienten mit Langzeitindikation für eine orale Antikoagulation von einem Patientenselbstmanagement im Vergleich zu einer Standardtherapie mit einem ärztlichen Gerinnungsmanagement profitieren. Für Patientenselbstmessung alleine ist dies hingegen nicht zutreffend.

Danksagung
Die Autoren danken Frau Antonia Zengerer für die Unterstützung bei der Datenerhebung und der Durchführung der Korrekturarbeiten.

Interessenkonflikt
Am Institut für Allgemeinmedizin der Goethe Universität Frankfurt am Main läuft seit März 2012 die vom BMBF geförderte Studie (FKZ: 01GY1145) zu „Primary Care Management for Optimized Antithrombotic Treatment (PICANT)”. Das Institut HEALTH der JOANNEUM RESEARCH Forschungs-GmbH erstellte im Jahr 2011 eine gesundheitsökonomische Analyse zum Thema Selbstmanagement bei oraler Antikoagulation im Auftrag der Firma ROCHE Diagnostics.

Der vollständige Bericht dieses Manuskripts wurde von den Autoren für den Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger erstellt und ist auf deren Homepage www.hauptverband.at/mediaDB/953046_Bericht_Selbstmanagement_orale_Antikoagulation.pdf) abrufbar.

Manuskriptdaten
eingereicht: 21. 6. 2013, revidierte Fassung angenommen: 16. 10. 2013

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Andrea Siebenhofer-Kroitzsch
Institut für Allgemeinmedizin
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt am Main
siebenhofer@allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de

Zitierweise
Siebenhofer A, Jeitler K, Horvath K, Habacher W, Schmidt L, Semlitsch T: Self-management of oral anticoagulation. Dtsch Arztebl Int 2014; 111(6): 83–91. DOI: 10.3238/arztebl.2014.0083

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit0614

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität Frankfurt am Main: Univ.-Prof. Dr. med. Siebenhofer
EBM Review Center, Medizinische Universität Graz: Univ.-Prof. Dr. med. Siebenhofer, Dr. med. Jeitler,
PD Dr. med. Horvath, Mag. rer. nat. Semlitsch
Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Dokumentation, Medizinische Universität Graz:
Dr. med. Jeitler
Universitätsklinik für Innere Medizin, Klinische Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel,
Medizinische Universität Graz: PD Dr. med. Horvath
HEALTH – Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften, JOANNEUM RESEARCH
Forschungsgesellschaft mbh, Graz: DI Dr. techn. Habacher, Schmidt MSc, Mag. rer. nat. Semlitsch
Systematische Übersichten: bibliografische Literaturrecherche und Studienselektionsprozess; RCTs, randomisierte kontrollierte Studien
Grafik 1
Systematische Übersichten: bibliografische Literaturrecherche und Studienselektionsprozess; RCTs, randomisierte kontrollierte Studien
Gegenüberstellung der Ergebnisse der Metaanalysen
Grafik 2
Gegenüberstellung der Ergebnisse der Metaanalysen
Charakteristika der Übersichtsarbeiten, Studiendauer und Patientencharakteristika
Tabelle 1
Charakteristika der Übersichtsarbeiten, Studiendauer und Patientencharakteristika
In den einzelnen Übersichtsarbeiten eingeschlossene RCTs (Studienspiegel)
Tabelle 2
In den einzelnen Übersichtsarbeiten eingeschlossene RCTs (Studienspiegel)
Ergebnisse der systematischen Reviews zu den Endpunkten Gesamtmortalität, thromboembolische Komplikationen und schwere Blutungen
Tabelle 3
Ergebnisse der systematischen Reviews zu den Endpunkten Gesamtmortalität, thromboembolische Komplikationen und schwere Blutungen
Mögliche Begründungen zur Verordnung von Point-of-Care-Messgeräten
Tabelle 4
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