Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Wir bedanken uns bei den Kollegen Marx für die kritische Stellungnahme zum Konsensusartikel zur Magenspülung, der in unserem cme-Artikel vorgestellt wird. Der Kommentar spricht möglicherweise vielen Leserinnen und Lesern aus der Seele.

Vor allem erfahrene Kolleginnen und Kollegen erinnern sich an erfolgreiche Magenspülungen, die in der Vergangenheit häufig bei oralen Intoxikationen durchgeführt wurden. Auch wir überblicken viele beeindruckende Einzelfallberichte. Es erscheint (im besten Sinne des deutschen Wortes) evident, dass das entfernte Gift nicht mehr schädigen kann – und so die Magenspülung eine sinnvolle Behandlungsstrategie darstellt.

Andererseits sind uns jedoch auch zahlreiche Fälle mit ungünstigem Verlauf mitgeteilt worden.

Im kritisierten Konsensusartikel haben klinisch-toxikologische Fachgesellschaften eine sorgfältige und systematische Bewertung anhand etablierter Evidenzkriterien durchgeführt und dabei verschiedene Quellen berücksichtigt. Ziel war es, die bestmögliche Therapieempfehlung für alle Vergifteten zu beschreiben. Das Positionspapier zur Magenspülung wurde mehrfach von jeweils neu zusammengesetzten Arbeitsgruppen anhand aktueller Literatur überprüft und kaum verändert bestätigt. Die Empfehlung, nur innerhalb von 60 min nach Ingestion einer lebensbedrohlichen Giftdosis den Magen zu spülen, ist ein seit 16 Jahren stabiler Konsens.

Die zitierte Arbeit von Good et al. stellte einen wichtigen Beitrag zur Diskussion dar: Die im Jahr 2002 erhobenen Daten über uneinheitliche Beratungspraxis der Giftinformationszentren in verschiedenen Ländern – trotz bereits publizierter Empfehlungen von Fachgesellschaften – haben die Notwendigkeit einer Harmonisierung/Standardisierung der Vorgehensweise verdeutlicht. Dies war auch die Absicht unseres Beitrages.

Giftinformationszentren bieten weiterhin Unterstützung bei der Indikationsstellung zur Magenspülung an. Sie registrieren Fallberichte, die zur Fortführung der inhaltlichen Diskussion und als Grundlage für eine zukünftige Anpassung therapeutischer Empfehlungen dienen können.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0100b

Dr. med. Dieter Müller

Dipl. Chem. Dr. rer. nat. Herbert Desel

Universitätsmedizin Göttingen

Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen,

Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (GIZ-Nord)

dmueller@giz-nord.de

Interessenkonflikt
Dr. Müller erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Dr. Desel erhielt vom europäischen Wasch-/Reinigungsmittelverband A.I.S.E.
ein Honorar für die Mitarbeit im Scientific Advisory Panel des „Detergent Industry Network for CLP Classification (DetNet)“.

Des Weiteren erhielt er Honorare für Gutachtertätigkeiten von der Firma Henkel.

Für ein vom ihm initiiertes Forschungsvorhaben bekam er Honorare vom Industrieverband Körperpflege und Waschmittel.

1.
Müller D, Desel H: Common causes of poisoning-etiology, diagnosis and treatment. Dtsch Aerztebl Int 2013; 110: 690–700. VOLLTEXT
1.Müller D, Desel H: Common causes of poisoning-etiology, diagnosis and treatment. Dtsch Aerztebl Int 2013; 110: 690–700. VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige