ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2014Kunstherzen: Drei Ergänzungen
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Mit großem Interesse haben wir den Artikel gelesen. Dieser bedarf jedoch, im Interesse der Leserschaft, dreier Ergänzungen beziehungsweise Korrekturen.

Erstens: Es ist richtig, dass analog zum Intermacs-Register in der USA aktuell auf europäischer Ebene an der Etablierung des von Ihnen zitierten Euromacs-Registers gearbeitet wird. Es darf jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass aufgrund der freiwilligen Teilnahme dieses nicht das geeignete Instrument ist, um eine wirklich valide Qualitätssicherung zu gewährleisten. Viel relevanter erscheint in dieser Hinsicht die Initiative des AQUA-Instituts, analog zu dem Gebiet der Herztransplantation, Leistungsindikatoren zu definieren und über die obligatorische Teilnahme aller in dem Gebiet der mechanischen Kreislaufunterstützung tätigen nationalen Zentren einen hohen Qualitätsstandard für die Versorgung der betroffenen Patienten zu etablieren und letztendlich die Leistung der einzelnen Zentren an diesem Standard zu messen.

Zweitens: So faszinierend das Thema der Erholung der linksventrikulären Pumpfunktion unter der mechanischen Unterstützung auch sein mag (Bridge to Recovery; BTR), wir dürfen nicht vergessen, dass nur ein sehr kleiner Prozentsatz (fünf Prozent) der Patienten mit einer terminalen Herzinsuffizienz auf der Grundlage der meistverbreiteten Grunderkrankung, nämlich der dilatativen Kardiomyopathie, tatsächlich von dem linksventrikulären Unterstützungssystem entwöhnt werden kann. Die Gründe sind vielfältig, jedoch vor allem bietet uns die aktuelle Technologie nicht die Möglichkeit, in Echtzeit Informationen über den Entlastungszustand des linken Ventrikels und über den Öffnungszustand der Aortenklappe zu erhalten, beides entscheidende Faktoren für den optimalen Betrieb des implantierten Systems. Der erste Ansatz zur Entwicklung einer solchen Technologie kam von unserer Arbeitsgruppe. Die Ergebnisse der tierexperimentellen Studie wurden im Rahmen des letzten Jahrestreffens der EACTS vorgestellt und werden demnächst im EJCTS publiziert.

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Drittens: Das ReinHeart-Total Artificial Heart (TAH) ist ein vollimplantierbares Kunstherz, konzipiert für den Langzeiteinsatz im Sinne einer Alternative zur Herztransplantation. Inzwischen befindet sich das Projekt in der Phase der chronischen Tierversuche. Das Projekt ist eine Kooperation der Klinik für die Chirurgische Therapie der Terminalen Herzinsuffizienz im Evangelischen Klinikum Niederrhein in Duisburg, des Herz- und Diabeteszentrums NRW und des Instituts für Angewandte Medizintechnik des Helmholtz-Instituts der RWTH Aachen und wird im Rahmen des Ziel-2-Programms durch die Europäische Union, das Land NRW sowie der Erich-und-Hanna-Klessmann-Stiftung gefördert.

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Reiner Körfer,
Dr. med. Sotirios Spiliopoulos,
Prof. Dr. med. Gero Tenderich,
Evangelisches Klinikum Niederrhein,
Klinik für Chirurgische Therapie der Terminalen
Herzinsuffizienz, 47169 Duisburg

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