ArchivDeutsches Ärzteblatt4/1996Internet: Neue Möglichkeiten unterschätzt
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LNSLNS Daß im Internet viel Unsinn dargeboten wird, liegt an seiner offenen Struktur, sollte aber den Blick auf schon jetzt vorhandene praxisrelevante Informationsangebote nicht verstellen. Ein Beispiel ist das von McKusick in Baltimore begründete, früher in Buchform, jetzt vom amerikanischen National Center of Biotechnology Information im Internet angebotene Nachschlagewerk OMIM (Online Mendelian Inheritance in Man). Es umfaßt den ständig aktualisierten Gesamtkatalog des Wissens über genetische Eigenschaften und Gendefekte beim Menschen. An lexikalischer Qualität, Aktualität und vor allem Benutzerfreundlichkeit sucht dieses Werk seinesgleichen. An humangenetischen Instituten gehört OMIM schon zum täglichen Handwerkszeug. Es kann auch für Ärzte anderer Fachrichtungen im konkreten Fall eine handfeste Informationsquelle sein, die bezüglich der Frage einer Weiterüberweisung Hilfestellung gibt und damit auch der Kostendämpfung dienen kann. Die Adresse von OMIM im Internet lautet: http://www3.ncbi. nlm.nih.gov/Omim.
Natürlich steckt das Internet noch in den Kinderschuhen, aber die Europäer sind (wie schon so manches Mal zuvor) auf dem Wege, neue Möglichkeiten zu unterschätzen, um dann in ein paar Jahren lauthals über einen selbstverschuldeten technologischen Rückstand zu lamentieren.
Dr. med. Wolfram Henn, Institut für Humangenetik, Universitätsklinik, Bau 68, 66421 Homburg/Saar
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