ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2014Substitutionstherapie Opiatabhängiger: Gericht bestätigt Urteil gegen Hausarzt

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Substitutionstherapie Opiatabhängiger: Gericht bestätigt Urteil gegen Hausarzt

Dtsch Arztebl 2014; 111(6): A-192

Osterloh, Falk

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Weil er „eindeutig“ gegen die Vorgaben der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) zur „Take-home-Verordnung“ verstoßen hat, muss ein Hausarzt aus Bayern eine Geldstrafe von knapp 40 000 Euro zahlen (360 Tagessätze zu je 110 Euro). Zudem darf er fünf Jahre lang bei Opiatabhängigen keine substitutionsgestützte Behandlung vornehmen. Ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Deggendorf aus dem Jahr 2013 hat der Bundesgerichtshof (BGH) am 28. Januar bestätigt.

Eine Substitution mit Methadon darf nur unter bestimmten Voraussetzungen als „Take- Home-Verordnung“ erfolgen. Foto: dpa
Eine Substitution mit Methadon darf nur unter bestimmten Voraussetzungen als „Take- Home-Verordnung“ erfolgen. Foto: dpa

Von 2006 bis 2011 hatte der Hausarzt vier Patienten Methadon und Levomethadon als „Take-home-Verordnungen“ verschrieben. Dabei nahm er dem BGH zufolge billigend in Kauf, dass die Patienten die Mittel nicht bestimmungsgemäß verwendeten, sie also nicht in der verordneten Dosis einnahmen oder zusätzlich unerlaubte Betäubungsmittel konsumierten.

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Nach den BÄK-Richtlinien zur substitutionsgestützten Behandlung setzt eine „Take-home-Verordnung“ voraus, dass „der Patient stabil keine weiteren Substanzen konsumiert, die zusammen mit der Einnahme des Substitutionsmittels zu einer gesundheitlichen Gefährdung führen können“. Gegen diese Vorgaben habe der Arzt eindeutig verstoßen, erklärte der BGH. Einem Patienten verschrieb er in fünf Fällen Methadon, ohne persönlich Kontakt gehabt zu haben. Der Patient starb in der Folge an einer Überdosis Methadon. Für dessen Tod könne der Arzt allerdings nicht verantwortlich gemacht werden. fos

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