ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2014Randnotiz: Kein Weg ist zu weit

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Randnotiz: Kein Weg ist zu weit

Dtsch Arztebl 2014; 111(6): A-191 / B-167 / C-163

Korzilius, Heike

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„Wir suchen einen Hausarzt/eine Hausärztin“, heißt es in der Zeitungsanzeige der niedersächsischen Samtgemeinde Steimbke. Der alte Hausarzt im Dorf Rodewald mit seinen 2 700 Einwohnern will sich zur Ruhe setzen und seine Nachfolge für die gut gehende Praxis regeln. Da das auf dem Land zunehmend schwierig ist, hat sich die Gemeinde aktiv in die Suche eingeschaltet.

Das allein ist heutzutage nicht weiter ungewöhnlich. Bemerkenswert ist in diesem Fall jedoch, wie weit die Samtgemeinde Steimbke über den eigenen Tellerrand hinauszublicken bereit ist – bis ins südliche Afrika, um genau zu sein. DÄ-Leser Dr. med. Hubertus Münch hat die Hausarzt-Anzeige während seines Urlaubs in der deutschsprachigen „Allgemeinen Zeitung“ in Namibia entdeckt. Seine Reaktion: „So schlimm sieht es um unseren Nachwuchs aus?“

Ein Anruf im ländlichen Niedersachsen beim Allgemeinen Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, Torsten Deede. Dieser räumt ein, dass es vielleicht nicht das Naheliegendste sei, einen Hausarzt für Rodewald in Afrika zu suchen. Aber: Die „Allgemeine Zeitung“ erscheine auf deutsch (das lässt schon einmal Rückschlüsse auf die Sprachkenntnisse künftiger Bewerber zu) und landesweit mit immerhin 60 000 Exemplaren bei extrem günstigen Anzeigenpreisen. Und die Reaktionen? Zu Hause hat die originelle Aktion für jede Menge Presseecho gesorgt. Sogar die Hannover-Ausgabe der „Bildzeitung“ habe berichtet, sagt Deede. Einen Nachfolger für den ausscheidenden Hausarzt habe man allerdings noch nicht gefunden. „Es gab aber interessierte Nachfragen von zwei deutschen Ärzten aus Namibia.“

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