ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2014Posttraumatische Belastungsstörungen: Mehr Soldaten nach Einsätzen betroffen

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Posttraumatische Belastungsstörungen: Mehr Soldaten nach Einsätzen betroffen

PP 13, Ausgabe Februar 2014, Seite 52

Bühring, Petra

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Psychische Erkrankungen bei Soldaten der Bundeswehr, die aus dem Auslandseinsatz zurückkehren, haben 2013 noch einmal deutlich zugenommen. Das geht aus dem Jahresbericht des Wehrbeauftragten des Bundestages, Hellmut Königshaus, hervor. „Der Umgang mit den Folgen des besorgniserregenden Anstiegs von Depressionen, Angsterkrankungen und posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) bleibt eine besondere Herausforderung für die Bundeswehr“, sagte Königshaus bei der Vorstellung des Berichts Ende Januar in Berlin.

Belastende Auslandseinsätze: Immer mehr Bundeswehrsoldaten haben psychische Probleme. Foto: picture alliance
Belastende Auslandseinsätze: Immer mehr Bundeswehrsoldaten haben psychische Probleme. Foto: picture alliance

Nach Schätzungen gab es 2013 etwa 1 500 Fälle von PTBS, davon circa 200 neue Fälle. Die tatsächlichen Zahlen dürften nach der Dunkelzifferstudie der Technischen Universität Dresden (Wittchen et al., 2013) doppelt so hoch liegen. Die Zunahme komplexer PTBS sei „nachweisbar Folge der Teilnahme an belastenden Kampfhandlungen oder Mehrfachtraumatisierungen aufgrund wiederholter Einsätze“, heißt es im Wehrbericht.

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„Die Kapazitäten des Sanitätsdienstes reichen nicht aus, um die Versorgung psychisch erkrankter Einsatzrückkehrer zu gewährleisten“, sagte der Wehrbeauftragte. Bisher sei nur die ambulante Behandlung in fünf Bundeswehrkrankenhäusern möglich. Das liege unter anderem an den „erheblichen personellen Vakanzen“ bei klinischen Psychiatern und Psychotherapeuten der Bundeswehr. Man greife deshalb auf „zivile“ Therapieangebote zurück und erhalte hierbei Unterstützung von der Bundes­psycho­therapeuten­kammer. pb

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