ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2014Umfrage von KBV und NAV-Virchow-Bund: Der zweite „Ärztemonitor“ startet

POLITIK

Umfrage von KBV und NAV-Virchow-Bund: Der zweite „Ärztemonitor“ startet

PP 13, Ausgabe Februar 2014, Seite 58

Rieser, Sabine

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Wie zufrieden sind Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten mit ihrem Beruf? In welcher Form kooperieren sie? Wie beurteilen sie ihr Einkommen? Antworten darauf soll eine Befragung liefern.

Wer kennt sie nicht, die Anrufer, die im Namen irgendeines Instituts um ein paar Minuten Zeit für eine wichtige Umfrage bitten? Und wer hat nicht Verständnis, wenn jemand von solch einem Anruf erzählt und zugibt: „Dazu hatte ich gerade keine Lust“ ?

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Wenn im Februar das Telefon klingelt und jemand um ein paar Minuten Zeit für eine Umfrage zum Selbstbild der niedergelassenen Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten bittet, gilt: Bitte nicht gleich „Nein“ sagen. „Ich appelliere an alle Kolleginnen und Kollegen, auch jetzt wieder mitzumachen und das von uns beauftragte Meinungsforschungsinstitut infas zu unterstützen“, so der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. med. Andreas Köhler.

Je mehr Praxen sich beteiligten, desto aussagekräftigere Ergebnisse bekomme man beim zweiten Ärztemonitor – und desto mehr Impulse für die berufspolitische Arbeit. „Die Beteiligung war beim ersten Ärztemonitor sehr positiv“, erinnert Dr. med. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bunds. Davon geht er auch dieses Mal aus: „Die Kollegen erkennen an, dass eine solche Umfrage sinnvoll ist.“

KBV und NAV, der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, haben für dieses Frühjahr zum zweiten Mal nach 2012 die Befragung für den Ärztemonitor initiiert. „Uns geht es um eine realistische Darstellung der Situation des Berufsstands der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten“, betont Köhler. Erneut werden verschiedene Aspekte analysiert: Wie zufrieden macht die Arbeit? Wie gut lassen sich Praxis und Privatleben vereinbaren? Wie viele Wochenstunden arbeitet der Einzelne, nicht nur in den Sprechstunden und bei Hausbesuchen, sondern auch, weil er am ärztlichen Bereitschaftsdienst teilnimmt, sich fortbildet, Verwaltungsarbeit anfällt?

Weitere Fragen betreffen die wirtschaftliche Situation der Praxis und die Zufriedenheit mit dem Einkommen. Neu hinzugekommen sind Frageblöcke, die das Thema Kooperation abdecken: Ist geplant, in den nächsten Jahren mit Partnern zusammenzuarbeiten? Welchen Stellenwert hat Delegation in der Praxis? Aus Sicht von KBV-Vorstand Köhler ist es wichtig zu erfahren, wie die Kolleginnen und Kollegen in den Praxen mit den oftmals schwierigen Rahmenbedingungen klarkommen, wie sie ihre Arbeit organisieren und welche Erwartungen sie an die Zukunft haben.

Meinungen zur Kooperation sind wichtig

„Bei der Auswertung wird interessant sein zu erfahren, ob und wie sich die zurückliegenden Ergebnisse der Honorarverhandlungen auf die Einschätzungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Praxen ausgewirkt haben“, sagt Heinrich. „Der NAV ist auch stark daran interessiert zu erfahren, wie Ärztinnen und Ärzte ihre Kooperationsformen verändern und vor allem verbessern wollen.“

Haben die Umfrageergebnisse 2012 überhaupt etwas bewirken können? Ja, findet Heinrich: „Die Äußerungen zu den Arztnetzen waren damals beispielsweise sehr positiv. Das hat uns einen Schub gegeben, um von der Politik Fördermöglichkeiten für Netze zu verlangen – mit Erfolg.“ Demnächst könnten KBV und NAV durch den Vergleich der Ergebnisse von 2012 mit 2014 überprüfen, ob sie mit ihrer Politik auf dem richtigen Weg seien.

Sabine Rieser

zufrieden – oder ausgebrannt?

„Ärzten macht ihre Arbeit Spaß“ – das war das wichtigste Ergebnis des „Ärztemonitors“ im Jahr 2012. Damals wurden die Angaben von etwa 11 000 niedergelassenen Ärzten und Psychologischen Psychotherapeuten zu ihrer beruflichen Situation ausgewertet, um ein realistisches Stimmungsbild zu erhalten. Nun wird der „Ärztemonitor“ wiederholt. Am 10. Februar beginnt die neue Befragungsrunde. Vor zwei Jahren ergab sich aus den Antworten jedoch nicht nur Positives.

So fanden damals mehr als die Hälfte der Befragten, dass sie nicht genug Zeit für die Behandlung ihrer Patienten hätten. Eine ähnlich große Zahl gab an, am Ende eines Arbeitstags „völlig erledigt“ zu sein. Auch die Unzufriedenheit mit einer als übermäßig empfundenen Verwaltungsarbeit kam deutlich zum Ausdruck.

2012 hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) neben dem Ärztemonitor weitere Erhebungen initiiert. So ließ sie Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten befragen, ob und unter welchen Bedingungen der Sicherstellungsauftrag noch erfüllt werden könne. Aus den Antworten ergaben sich Forderungen, an deren Umsetzung die KBV arbeitet.

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