ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2014Intensivmedizin: Fachlich kompetent und übersichtlich

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Intensivmedizin: Fachlich kompetent und übersichtlich

Dtsch Arztebl 2014; 111(7): A-272 / B-236 / C-226

Fritz, Karl-Wilhelm

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Das Jahrbuch Intensivmedizin – 2011/12 zum ersten Mal aufgelegt – behandelt in fachlich kompetenter Weise und sehr übersichtlich wesentliche und auch seltene intensivmedizinische Erkrankungen (Schwangere als Intensivpatientin) sowie kontroverse Themen (Organspende beim CO-Vergifteten).

In sieben Kompartimenten wird das Komplexbild Intensivmedizin behandelt. Zu den wichtigsten Updates gehört zweifelsohne die Behandlung des Acute Respiratory Distress Syndrome in all seinen Facetten inklusive der extrakorporalen Membranoxygenierung. Auch wird auf die Intensivtherapie bei Schwangeren eingegangen und darauf, was am häufigsten zur Sepsis bei diesen Patientinnen führt. Erkrankungen des ZNS (Trauma, Infekte) sind übersichtlich dargestellt, und es werden nachvollziehbare Therapien vorgeschlagen. In einem weiteren Abschnitt werden Krankheitsbilder dargestellt, deren Ursache in einer vorausgegangenen Anästhesie zu sehen sind (maligne Hyperthermie, Rhabdomyolyse), wo blitzschnelle Diagnostik und Therapie vonnöten sind. Das Problem, ärztliche Mitarbeiter für das belastende Fach Intensivmedizin zu motivieren, wird genauso aufgegriffen wie die Frage, wo man ethische Grenzen in der Behandlung setzt; auch das zwiespältige Thema, ob man bei einem CO-Vergifteten Organe entnehmen kann, wird behandelt.

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Ausgesprochen wichtig ist das Kapitel der Notfallversorgung bei Kindern, weil vielen Notfallrettungs- und Intensivmedizinern hier fundierte Grundlagen vermittelt werden. Auf dem letzten Stand der Forschung wird über Kreislauftherapie und Pharmakotherapie berichtet. Da die Adipositas eine Volkskrankheit geworden ist, ist es wichtig zu wissen, wie man pharmakologisch dosiert. Auch die Stellung von Hypothermie bei und nach Reanimation findet Berücksichtigung, ein Therapieprinzip, das immer mehr in den Vordergrund tritt unter der Prämisse Sauerstoffverbrauch. Speziell wird dann noch das Management bei der Beatmung behandelt. Hier ist insbesondere das präklinische Management wichtig. Goldstandard ist bei Beatmung im Notdienst immer noch die orotracheale Intubation. Zunehmend konnte der Autor aber beobachten, dass Patienten mit Larynxmasken in Notaufnahmen der Krankenhäuser kommen.

Insgesamt gesehen ist auch diese Auflage eine wieder gelungene Synopsis von Lehrbuch und Nachschlagewerk. Karl-Wilhelm Fritz

Werner Kuckelt, Peter H. Tonner (Hrsg.): Jahrbuch Intensivmedizin 2014. Pabst Science Publishers, Lengerich 2013, 348 Seiten, gebunden, 40 Euro

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