ArchivDeutsches Ärzteblatt20/1996Erdbeben und plötzlicher Herztod

POLITIK: Medizinreport

Erdbeben und plötzlicher Herztod

Laufs, Ulrich

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LNSLNS Am 17. Januar 1994 wurde die Region Los Angeles von einem der stärksten Erdbeben erschüttert, das bisher in den USA registriert wurde. Eine amerikanische Studie (N.Engl.J. Med. 334, 413-419, 1996) machte sich diese Naturkatastrophe retrospektiv zunutze: Die Zahl der arteriosklerotisch bedingten plötzlichen Herztode der Region stieg von durchschnittlich 4,6 ± 2,1 pro Tag auf 24 am Tag des Bebens (P < 0,001). 16 Patienten starben innerhalb einer Stunde nach den ersten Erschütterungen. Nur drei der Todesfälle standen in Zusammenhang mit physischer Belastung.
In der Woche nach der Katastrophe lag die Zahl der plötzlichen Herztode unter dem Durchschnitt (2,7 ± 1,2). Damit war das Northridge Erdbeben ein signifikanter Trigger für den plötzlichen Herztod, unabhängig von körperlicher Belastung. Die Studie beweist, so die Autoren, die Bedeutung von emotionalem Streß für das Auftreten eines plötzlichen Herztodes bei Risikopatienten und unterstützt damit eine prophylaktische Therapie mit Betarezeptorenblockern und Acetylsalicylsäure. Dr. med. Ulrich Laufs

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