ArchivDeutsches Ärzteblatt6/1999Husten und Bronchitis: Thymianöl wirkt als Bronchikum

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Husten und Bronchitis: Thymianöl wirkt als Bronchikum

Dtsch Arztebl 1999; 96(6): A-364 / B-291 / C-274

Hahne, Dorothee

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LNSLNS In einer durchschnittlichen Herbst- oder Winterwoche haben rund 4,3 Millionen Deutsche eine Erkältung, Husten, Bronchitis, einen grippalen Infekt oder eine Grippe. Wie ernst dieses winterliche Massenhusten und Nasentriefen zu nehmen ist, erläuterte der Berliner Gesundheitswissenschaftler Dr. Wolf Kirschner bei einem Pressegespräch der Rhône-Poulenc-Rorer GmbH in Köln.
Pro Woche verkaufen die Apotheken 3,4 Millionen Präparate gegen Erkältungskrankheiten, über die Hälfte davon über Rezept. Den Kran­ken­ver­siche­rungen entstehen dadurch Ausgaben in Höhe von 3,74 Milliarden DM, der volkswirtschaftliche Schaden beläuft sich auf rund 20 Milliarden DM.
Um so wichtiger sind Medikamente, die Erkältungen effektiv lindern. Altbewährt ist zum Beispiel Thymian. Schon in den alten Büchern der Volksmedizin wurde die Pflanze als Mittel bei Husten, Bronchitis, Entzündungen der Mund- und Atemwege und Erkältungskrankheiten erwähnt. Doch erst in den letzten 20 Jahren ist es gelungen, die Hauptinhaltsstoffe des Thymians zu isolieren und zu analysieren: "Vor allem die Verbindungen im ätherischen Öl - die Phenole Thymol und Carvacrol, die Terpene Cineol, Linalol, Geraniol und Borneol - machen 70 bis 80 Prozent der Wirksamkeit aus", berichtete Prof. Hildebert Wagner (München). Pharmakologische Untersuchungen haben gezeigt, daß das ätherische Thymianöl antimikrobiell, antiseptisch, stark krampflösend und entzündungshemmend wirkt. Eine neue Untersuchung ergab, daß das ätherische Öl auch das Immunsystem stimuliert; die Werte liegen etwa 20 bis 30 Prozent unter denen von Echinacea. "Das Wirkprofil von Thymian ist ideal für ein Expektorans, und durch die immunstimulierende Wirkung wirkt es bei Erkältungen sowohl präventiv als auch therapeutisch", so Wagner.
Ob Thymian die bronchiale Reinigung unterstützt, nahm eine Studie am Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft in Schmallenberg unter die Lupe: 30 Patienten mit einer chronischen Bronchitis wurden in einem stabilen Krankheitsintervall untersucht. Die Patienten nahmen eine Woche lang entweder Thymiansaft oder ein Plazebo ein, dann folgte eine einwöchige Therapiepause, und in der dritten Woche erhielten die Patienten die zuvor noch nicht gegebene Substanz. Das Ergebnis: Die mukoziliäre Klärfunktion stieg nach Einnahme des Thymian-Saftes von 8,6 Prozent auf 12,5 Prozent pro Stunde. Die Hustenfrequenz blieb jedoch gleich, ebenso die anderen Lungenfunktionsgrößen. Dorothee Hahne
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