ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2014Notfallkontrazeption: Streit um „Pille danach“ geht weiter

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Notfallkontrazeption: Streit um „Pille danach“ geht weiter

Dtsch Arztebl 2014; 111(8): A-283 / B-247 / C-235

Hibbeler, Birgit

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Die „Pille danach“ sorgt für Ärger in der Großen Koalition. Nach Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) hat nun auch Annette Widmann-Mauz (CDU), parlamentarische Staatssekretärin im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) eindeutig klargestellt, dass das BMG an der Rezeptpflicht festhalten will. Man lege großen Wert auf eine ärztliche Beratung und eine kompetente medizinische Hilfe für die Betroffenen. „Das ist mehr als die bloße Abgabe eines Medikaments“, betonte Widmann-Mauz am 13. Februar im Bundestag.

Der Wirkstoff Levonorgestrel ist bisher rezeptpflichtig. CDU und CSU meinen: Das soll so bleiben. Foto: dpa
Der Wirkstoff Levonorgestrel ist bisher rezeptpflichtig. CDU und CSU meinen: Das soll so bleiben. Foto: dpa

Anders als die Union ist die SPD für die Freigabe. „Ich glaube, dass wir als SPD in wichtigen und zentralen Punkten unsere Position durchaus weiter vertreten sollten“, sagte Hilde Mattheis, gesundheitspolitische Sprecherin. Auch Karl Lauterbach (SPD) hält die Beratung in Apotheken für ausreichend. Nebenwirkungen seien selten, sagte er bei der Bundestagsdebatte.

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Die Diskussion um die „Pille danach“ ist erneut entbrannt, nachdem der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht empfohlen hatte, die Rezeptpflicht für Levo-norgestrel (PiDaNa®) aufzuheben. Grüne und Linke brachten daraufhin Anträge für die Freigabe in den Bundestag ein. Diese wurden nun aber an die Ausschüsse überwiesen.

Rückendeckung erhält die Union von den Ärzten. Sowohl die Bundes­ärzte­kammer als auch der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) begrüßten die BMG-Pläne. In einer Stellungnahme hatten BVF und DGGG bereits 2013 darauf hingewiesen, dass Levonorgestrel nur Mittel der zweiten Wahl sei. Das europaweit verschreibungspflichtige Ulipristalacetat (ellaOne®) sei wirksamer und in einem längeren Zeitfenster anwendbar. BH

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