ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2014Datenbank: Respiratorischen Viren auf der Spur

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Datenbank: Respiratorischen Viren auf der Spur

Dtsch Arztebl 2014; 111(8): A-316 / B-272 / C-260

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Die RespVir-Datenbank enthält unter anderem Daten zu den jährlich auftretenden Respiratory-Syncytial-Virus-Epidemien. Foto: picture alliance
Die RespVir-Datenbank enthält unter anderem Daten zu den jährlich auftretenden Respiratory-Syncytial-Virus-Epidemien. Foto: picture alliance

Das „RespVir-Netzwerk“ wurde im Jahr 2009 vom Arbeitskreis „Klinische Virologie“ der Gesellschaft für Virologie gegründet. Ziel des Netzwerks ist die zeitnahe Erfassung von Nachweisen respiratorischer Viren und die Darstellung der aktuellen Epidemiologie viraler Atemwegsinfektionen in Deutschland in einem Online-Portal. Die Konzeption beruht darauf, dass die Detektion vieler Erreger in Form von molekularen Nachweisen möglich ist. Nehmen viele geografisch verteilte Labore an dem Projekt teil, indem sie ihre Befunde zeitnah in ein Online-Portal eingeben, lässt sich daraus ablesen, welche Erreger vorherrschen. Derzeit umfasst die Datenbank circa 20 Erreger. Als Ergänzung zu der bereits etablierten Surveillance von Influenzainfektionen liefert sie Informationen über Epidemien mit Erregern, die in der Bevölkerung oftmals alle unter dem Begriff Grippe subsumiert und als Beweis für das Versagen der Influenza-Schutzimpfung fehlinterpretiert werden. Inzwischen beteiligen sich mehr als 40 Laboratorien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an dem Netzwerk und generieren in Spitzenmonaten bis zu 8 000 Datensätze. Seit Oktober 2013 sind diese Daten öffentlich unter http://rvdev.medical-dpc.com zugänglich. Vor allem der Beginn und das Ende der alljährlichen RSV(Respiratory-Syncytial-Virus)-Epidemien lassen sich über diese Daten gut erfassen. Dies wirkt sich unter anderem direkt auf die Antikörperprophylaxe bei Frühgeborenen in der Pädiatrie aus.

Ein weiteres Ziel ist es, mit dem Portal den Kenntnisstand in der Bevölkerung und auch bei den Ärzten über die Ursachen von zirkulierenden Atemwegsinfektionen zu erhöhen. Dies könnte langfristig dazu beitragen, den ungezielten Einsatz von Antibiotika zu verringern. Zurzeit ist das Netzwerk dabei, zusätzlich bakterielle Erreger, vorrangig die Verursacher der „atypischen“ Pneumonien, in die Datenerfassung einzuschließen. EB

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