MEDIZIN: Referiert

Sterbehilfe bei AIDS

bt

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNSLNSLNS Im Jahre 1991 hat eine Untersuchung in den Niederlanden ergeben, daß bei 38 Prozent aller Todesfälle irgendeine Art von Sterbehilfe gewährt worden war; bei 2,1 Prozent der Todesfälle waren aktive Euthanasie oder arztgestützte Selbsttötung angewendet worden. Bei AIDS-Patienten sind die Verhältnisse ähnlich: aus einer Amsterdamer Studienkohorte AIDS-kranker homosexueller Männer waren 131 Patienten in den Jahren 1985 bis 1995 verstorben. 29 von ihnen (22 Prozent) hatten Euthanasie gewünscht oder waren an einem von ihrem Arzt verschriebenen Mittel verstorben; bei 17 Männern (13 Prozent) waren auf ihren Wunsch lebensverlängernde Therapien abgebrochen oder lebensverkürzende Opiate verordnet worden. Die Summe entspricht also den allgemeinen Verhältnissen. Beachtlich war, daß der Anteil derer, die eine Beendigung ihres Lebens wünschten, in der Gruppe derjenigen, die bei der Diagnosestellung 40 Jahre oder älter waren, besonders hoch war. Die Studie machte es möglich, viele Daten festzuhalten, so auch die Urteile der behandelnden Ärzte: Sie erklärten weitgehend übereinstimmend, daß die meisten dieser Patienten ohnehin innerhalb des nächsten Monats gestorben wären. bt


Bindels PJE et al.: Euthanasia and physician-assisted suicide in homosexual men with AIDS. Lancet 1996; 347: 499–504
Dr. Patrick Bindels, Department of Public Health, Nieuwe Achtergracht 100, 1000 HE Amsterdam, Niederlande

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Der klinische Schnappschuss

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote