ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2014Praxisabgabe: Schließen statt verkaufen
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Wer glaubt, seine Praxis noch als Teil der Altersvorsorge verkaufen zu können, dürfte mit Zitronen gehandelt haben. In überversorgten Gebieten droht seit 2013 die Stilllegung der Zulassung durch die KV, in unterversorgte Gebiete will heute schon keiner, drum sind sie ja unterversorgt.

Aufgrund der ständig sinkenden Fallwerte ist es einem Nachfolger (von denen es immer weniger gibt) nicht möglich, sehr viel zu bezahlen, denn er bekommt es weder amortisiert, noch von der Bank kreditiert.

Im Artikel selbst ist genannt zum Beispiel Übernahmepreis Gyn-Praxis im Schnitt 81 000 Euro West/48 000 Euro Ost laut Apobank.

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Da wäre es fast wirtschaftlich gescheiter, zum Schluss nicht mehr zu investieren und die Praxis ohne Verkauf am Ende zu schließen und „wegzuschmeißen“.

Das Ganze auch vor dem Hintergrund, dass „bis Dezenniumsende 52 000 Praxen“ auf den Markt drängen.

Hier in München (wie man hört, ein begehrtes Pflaster) gab es Zeiten, in denen eine augenärztliche Praxis um 300 000 gehandelt wurde, derzeit sind Praxen quasi unverkäuflich . . . bei der nackten Kassenzulassung muss man froh sein, noch 80 000 Euro zu erlösen, Tendenz fallend.

Und auch das nur mit elaborierten juristischen Übergabekonstrukten, um die Einziehung der Zulassung gegen Entschädigung zu verhindern.

Stellt sich die Frage, ob man in einen unsicheren Verkauf noch Geld und Energie setzt oder nicht lieber bis zu einem fixen Datum gut planbar die Komplettschließung anvisiert.

Der erste Fall birgt eigentlich nur Risiken, der zweite kann nur für positive Überraschungen sorgen, wenn sich wider Erwarten doch ein Erwerber findet . . .

Dr. Rupert Holderied, 81671 München

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