ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2014Colitis ulcerosa: TNF-alpha-Blocker früher einsetzen

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Colitis ulcerosa: TNF-alpha-Blocker früher einsetzen

Dtsch Arztebl 2014; 111(10): A-413

Bischoff, Angelika

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Der humane monoklonale Antikörper Golimumab ist neben rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew und Psoriasis-Arthritis auch für die Colitis ulcerosa zugelassen.

Patienten mit Colitis ulcerosa werden in Deutschland noch zu viel und zu lange mit konventionellen Medikamenten wie 6-Mercaptopurin oder Azathioprin plus Steroiden behandelt. Diese Therapie ist in vielen Fällen nicht ausreichend, um die quälenden Symptome zu lindern und die Mukosa von Entzündung zu befreien. „Wir müssen dann schneller zu TNF-alpha-Blockern übergehen“, fordert Dr. med. Stefanie Howaldt vom Kompetenz-Centrum für CED in Hamburg.

Golimumab erhält Zulassung nach PURSUIT-Studie

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Auch Golimumab, ein humaner monoklonaler Antikörper, der sich gegen den Tumornekrosefaktor TNF-α richtet, hat kürzlich die Zulassung für die Colitis ulcerosa erhalten. Empfohlen wird eine initiale Dosierung von 200 mg subkutan, gefolgt von 100 mg zwei Wochen später. Als Erhaltungstherapie sollen die Patienten anschließend körpergewichtsabhängig 50 mg (< 80 kgKG) oder 100 mg (≥ 80 kgKG) alle vier Wochen erhalten.

Zur Zulassungserweiterung für Golimumab (Simponi®) führten die Ergebnisse der PURSUIT-Studie, in der 51 Prozent der Patienten innerhalb von sechs Wochen auf die genannte Dosierung ansprachen im Vergleich zu 30 Prozent der Placebo-Patienten (p ≤ 0,001). Signifikant fielen auch die Unterschiede in der klinischen Remission (18 Prozent versus sechs Prozent) und Mukosaheilung (42 Prozent versus 29 Prozent) aus (beide Unterschiede p ≤ 0,001).

Responder wurden in der folgenden Erhaltungsphase der Studie mit Golimumab in der oben genannten Dosierung oder Placebo weiterbehandelt. Bei 47 Prozent der Patienten ließ sich die Response mit 50 mg und bei 50 Prozent mit 100 mg Golimumab bis Woche 54 erhalten, aber nur bei 31 Prozent der Placebo-Patienten (p ≤ 0,01 beziehungsweise p ≤ 0,001). Die Mukosa war zu diesem Zeitpunkt bei 42 Prozent der Patienten in der Golimumab-Gruppe versus 27 Prozent der Patienten in der Placebo-Gruppe abgeheilt (p < 0,05 für 50 mg und p < 0,005 für 100 mg).

Was die Sicherheit von Golimumab betrifft, ergab die PURSUIT-Studie keine neuen Erkenntnisse. Es zeigte sich ein vergleichbares Bild wie bei den anderen zugelassenen Indikationen: rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis und ankylosierende Spondylitis.

Patienten, die auf Golimumab eingestellt werden, kann der Arzt ein therapiebegleitendes Unterstützungsprogramm aushändigen, das Informationen zum Medikament und ein Online-Programm enthält. Patienten, die sich online registrieren, erhalten ein Paket mit nützlichen Dingen wie Medikamentenkühltasche, Alkoholtupfern, Reisetipps und Zollbescheinigungen.

Patienten mit Colitis ulcerosa leiden erheblich unter plötzlichem Stuhldrang, der sie zwingt, sehr schnell eine Toilette aufzusuchen. In der aktiven Phase der Erkrankung können 30 bis 40 Durchfälle pro Tag dem Patienten das Leben zur Hölle machen, sagt Howaldt. Viele Patienten blieben deshalb lieber zu Hause. Eine kostenlose WC-Finder-App kann jedoch helfen, in der Öffentlichkeit schnell und sicher die nächste Toilette zu finden.

Dr. med. Angelika Bischoff

Launch Pressekonferenz „Simponi® – die neue Therapieoption für mittelschwere bis schwere Colitis ulcerosa“, Veranstalter MSD Sharp & Dohme GmbH, München

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