ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2014Jens Möller: Neue Fachgesellschaft für fetale Entwicklung

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Jens Möller: Neue Fachgesellschaft für fetale Entwicklung

Dtsch Arztebl 2014; 111(10): A-411 / B-355 / C-339

Hibbeler, Birgit

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Jens Möller, Foto: Klinikum Saarbrücken
Jens Möller, Foto: Klinikum Saarbrücken

Schon die ersten Monate im Mutterleib sind für einen Menschen prägend. Seit dem Zweiten Weltkrieg weiß man: Litten die Mütter in der Schwangerschaft unter Hunger, kam es zu einer Wachstumsrestriktion der Feten. Später hatten die Kinder dann allerdings ein höheres Risiko, ein metabolisches Syndrom zu entwickeln. „Die fetale Prägung war auf die Situation Hunger ausgerichtet“, sagt Prof. Dr. med. Jens Möller (58), Direktor der Kinderklinik Saarbrücken. Als Erwachsene erlebten die so geprägten Feten aber keinen Hunger, sondern ein Überangebot an Nahrung.

Ungefähr fünf Prozent aller Neugeborenen haben eine Wachstumsrestriktion. Sie ist nach Fehlbildungen und Frühgeburten die dritthäufigste Ursache für perinatale Sterblichkeit. Eine wichtige Rolle spielt heute in den Industrienationen nicht der Hunger, sondern toxische Substanzen wie Nikotin und Alkohol – aber auch das Alter der Mutter.

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Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, wurde nun die Deutsche Gesellschaft für Fetale Entwicklung (DGFE) gegründet. Möller ist ihr Gründungspräsident. Besonders wichtig sind ihm die Interdisziplinarität und der Meinungsaustausch. „Das reizt mich dabei besonders“, sagt der Neonatologe. Es gebe noch sehr viel zu erforschen – etwa zu den Ursachen plazentarer Durchblutungsstörungen oder zur Pathogenese der Präeklampsie.

Zum Vizepräsidenten der DGFE wurde Dr. med. Markus Valter gewählt. Er ist Geschäftsführender Oberarzt der Geburtshilfe der Universitätsfrauenklinik in Köln. Birgit Hibbeler

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