ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2014Psychische Erkrankungen: Kooperative Versorgung der ganzen Familie gefordert

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Psychische Erkrankungen: Kooperative Versorgung der ganzen Familie gefordert

PP 13, Ausgabe März 2014, Seite 101

Bühring, Petra

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Circa drei Millionen Kinder in Deutschland sind mit einer psychischen Erkrankung ihrer Eltern konfrontiert. Sie sind selbst hochgradig in ihrer Entwicklung gefährdet: Bei etwa der Hälfte der Patienten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie liegen bei den Eltern psychische Störungen vor (Schmid, 2008).

Kinder psychisch kranker Eltern sind selbst gefährdet, eine psychische Störung zu entwickeln. Foto: picture alliance
Kinder psychisch kranker Eltern sind selbst gefährdet, eine psychische Störung zu entwickeln. Foto: picture alliance

Doch es fehle an einer übergreifenden und flächendeckenden Versorgungsstruktur für diese Kinder, die die Kinder- und Jugendpsychiatrie, die Erwachsenenpsychiatrie und die Jugendhilfe systematisch zusammenführe, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von acht Fachgesellschaften und Berufsverbänden, allen voran die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Sie unterstützen deshalb einen Antrag auf Einrichtung einer Sachverständigenkommission, der beim Familienausschuss und beim Gesundheitsausschuss des Bundestages eingereicht wurde.

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Die Verbände weisen auf Studien hin, die zeigen, dass psychisch kranke Eltern sich große Sorgen um ihre Kinder machen, oftmals aber Beratungsangebote nicht kennen oder diese aus Angst vor Stigmatisierung nicht wahrnehmen. Sie wünschten sich mehr niedrigschwellige Beratung und auch Betreuung durch Experten der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Es gebe hervorragende lokale Initiativen und ehrenamtliches Engagement, wie zum Beispiel den Verein Auryn und Amsoc Patenschaften, doch reiche dies bei weitem nicht aus.

Die kooperative interdisziplinäre Versorgung der Familien müsse die Regel, nicht die Ausnahme sein. Versorgungsstandards, die Patenprogramme, betreute Wohnformen, Modelle für Krisensituationen und Hometreatment-Angebote enthalten, sollten flächendeckend entwickelt werden, fordern die Fachgesellschaften und Berufsverbände. pb

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