ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2014Randnotiz: Vorsicht, Smartphone!

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Randnotiz: Vorsicht, Smartphone!

PP 13, Ausgabe März 2014, Seite 101

Schmedt, Michael

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Der Rheinländer gilt als munterer und vor allem kommunikativer Zeitgenosse. Ein Plausch beim Bäcker oder beim Kölsch in der Kneipe? Kein Problem. Fährt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln, so sieht man allerdings die Zukunft der Kommunikation, die auch vor dem rheinländischen Nachwuchs nicht haltmacht: den mobilen Datenaustausch.

Es herrscht Stille in der Straßenbahn: Fast alle Köpfe schauen auf ihre Smartphones und tippen zirkusreif auf ihnen herum. Persönliche Kommunikation mit dem Mitfahrer? Fehlanzeige. Vor gesundheitlichen Folgen wird schon gewarnt: Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte befürchtet „eine zunehmende Zahl von Menschen mit Kopf- und Nackenschmerzen“. Die Zahl der Handynutzer, die verunglücken, weil sie beim Gehen nicht nach vorn schauen, hat sich laut einer Studie der Ohio State University seit 2005 versechsfacht, und der SMS-Daumen ist zwar noch kein anerkanntes, aber bereits beschriebenes Krankheitsbild.

Die Entwicklung unserer Kinder ist auch schon betroffen: Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet über eine Umfrage unter 6 000 Müttern aus zehn Ländern mit signifikanten Ergebnissen: Für ein Drittel der Kinder im Alter zwischen drei und fünf Jahren liegt die Bedienung des Smartphones im Bereich des Möglichen. Schuhe binden oder schwimmen können aber nur 14 beziehungsweise 13 Prozent der Kinder. Ist die Zukunft der „digital natives“ in Gefahr? Müssen wir eine Generation fürchten, die einsam mit Arthrose in Daumen und Nacken lebt? Wie immer macht es die Menge, und ich ertappe mich dabei, wie ich bei diesem Gedanken meine Spiegel-online-App öffne . . .

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